Du bist ein Künstler, von dem nur die Augen der Öffentlichkeit bekannt sind. Wie erlebst du das?

Für mich ist das inzwischen ganz normal und vor allem sehr angenehm. Das «Gesicht» von «Cro» ist eben die Maske. Meine Privatsphäre ist mir sehr wichtig. Wenn ich die Maske ausziehe, bin ich einfach wieder Carlo, keiner kennt mich und ich hab meine Ruhe.

Ändert sich dein Verhalten, sobald du die Maske absetzt?

Ohne Maske bin ich sehr viel ruhiger.

Ja, klar, das ist auf jeden Fall ein Unterschied. Ohne Maske bin ich sehr viel ruhiger. Wenn ich die Maske trage, sind das ja meistens auch Ausnahmesituationen. Auf der Bühne vor 20000 Leuten oder auf irgendeinem roten Teppich, Blitzlichtgewitter und alle schreien rum.

Also ändert sich, mit Tragen der Maske, auch das Verhalten der Menschen um dich herum?

Ja, die Menschen sind natürlich anders, wenn ich die Maske trage. Wenn das immer so wäre, wäre das ziemlich anstrengend. Und nur anhand meiner Augen hat mich glücklicherweise noch niemand erkannt (lacht).

Auch nicht in deiner Heimatstadt Stuttgart?

Nicht wirklich. Mein Zuhause ist mein Ruhepol. Also wenn ich «Zuhause» sage, meine ich damit auch meine Familie und meine engen Freunde. Handy aus und für niemanden erreichbar sein. Sonst wird man Irre.

Gibt es grundlegende Ansichten, die du durch deine Musik vermitteln möchtest?

Naja, jeder, der in der Öffentlichkeit steht, hat natürlich in irgendeiner Form eine Vorbildfunktion. Auch wenn man das nicht möchte. Ich schau halt, dass ich nicht zu viel Unsinn verzapfe, will aber auch niemandem vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat.

Und das wirkt dann stets optimistisch …

Meistens ja. Ich mache aber immer mal wieder auch ein bisschen dunklere Tracks. Der Song «Ein Teil» zum Beispiel. Allerdings mache ich meistens keine Musik, wenn es mir schlecht geht oder ich traurig bin. Wenn ich Probleme hab, dann rede ich mit meinen Freunden darüber. Ich hab da nicht so den Zwang, das dann in einem Song zu verarbeiten.

Wie gehst du denn stattdessen mit Problemen um? Indem du nach vorne schaust?

Ja. Man hofft natürlich immer, dass es besser wird. Generell einfach mal so. Die Welt ist so am Sack gerade. Da schadet ein bisschen Hoffnung nicht, finde ich.

Eine Hoffnung hab ich jedoch schon aufgegeben: Dass ich es irgendwann schaffe, den USB-Stick gleich beim ersten Mal richtig herum einzustecken (lacht).

Viele wissen gar nicht, dass du auch ein talentierter Zeichner bist …

Ob ich talentiert bin weiß ich nicht aber ja, ich zeichne und male gerne und viel. Wenn ich einmal keine Musik mehr mache, male ich nur noch.

An welchen Projekten arbeitest du gegenwärtig?

Im Moment arbeite ich als Produzent vor allem an Danjus Album. Das wird DAS Album dieses Jahr. Und an der Musik für meinen Film. Der Rest ist noch geheim …