In ihrem neuen Buch «Iris Apfel: Accidental Icon» stellt die weltbekannte Modeikone Iris Apfel eine einzigartige illustrierte Kollektion aus Gedanken, Anekdoten und Beobachtungen über das Leben vor. (Weitere Informationen finden Sie unten in der Buchempfehlung)

In ihrer Erzählweise behält sie dieselbe Authentizität, denselben Witz und dieselbe Offenherzigkeit, für die ihre Fans jeden Alters, einschliesslich fast 700000 Instagram-Follower, sie lieben.

Das Buch wird von HarperDesign herausgegeben, eine Verlagsmarke von HarperCollins Publishers, und erscheint am 6. März 2018 in den USA und einen Monat später im Rest der Welt.

Sie sind Botschafterin für Mode- und Automarken, haben eine eigene Kosmetiklinie sowie eine Brillenkollektion auf den Markt gebracht. Vor Kurzem ist eine Schmuckkollektion hinzugekommen.

Wie schaffen Sie es – mit Verlaub –, in Ihrem Alter noch so vielseitig und stark engagiert zu sein?

Das ist nun mal, was ich mache – ich liebe es, zu arbeiten. Es ist meine Leidenschaft. Ich habe schon immer hart gearbeitet. Mein Mann starb vor zweieinhalb Jahren. Bis dahin hatten wir immer alles zusammen gemacht – auch Business – 68 Jahre lang.

Um nach seinem Tod nicht durchzudrehen, stürzte ich mich noch mehr in die Arbeit. Was ich tue, bereitet mir grosse Freude. Und ich liebe es, Menschen zu helfen. Doch von Zeit zu Zeit brauche ich eine kleine Auszeit, um meine Batterien wieder aufzuladen.

Unsere Ausgabe behandelt die Themen «Augen», «Lifestyle» und «Gesundheit». Was bedeutet Gesundheit für Sie?

Gesundheit bedeutet, Energie zu haben, sich fit zu fühlen, positiv zu denken und frei von Schmerzen zu sein.


Ich glaube, die Gesundheit ist das höchste Gut, das wir haben. Denn ohne sie verliert alles andere an Bedeutung. Wir sollten die Gesundheit nicht als selbstverständlich betrachten – sie ist ein grosses Geschenk.
 

Sie haben Ihre Sehschwäche zu einer Stärke gemacht: Ihre grosse kreisrunde Statementbrille ist eines Ihrer Markenzeichen.

Dahinter verbirgt sich eine amüsante Geschichte: Brillenfassungen haben mich schon immer fasziniert. Und ich liebe Flohmärkte. Wann immer ich als Kind auf einem Flohmarkt war und ein spezielles Brillengestell aufstöberte, nahm ich es mit nach Hause. Ich besass eine ganze Schachtel davon, obwohl ich damals noch gar keine Brille brauchte.

Ich sammelte die Fassungen, weil sie mir optisch gefielen und sie ein tolles Modeaccessoire für mich waren. Die Leute hielten mich für ein bisschen verrückt. Als ich älter wurde, brauchte ich dann doch irgendwann eine Sehhilfe. Also holte ich meine Schachtel wieder hervor, nahm die grösste Brille heraus, die ich finden konnte, und liess sie mit Gläsern versehen.

Wie reagierte Ihr Umfeld auf Ihren Brillenlook?

Ich wurde ständig gefragt, weshalb ich eine so grosse Brille trage. Damals waren kleinere Brillen gebräuchlich. Irgendwann hatte ich die dumme Fragerei satt und antwortete nur noch: «Damit ich dich besser sehen kann», worauf die Leute lachen mussten.
 

Es war nie meine Absicht, meine Brille zum Markenzeichen zu machen. Aber im Laufe der Jahre erkannten mich die Leute immer dank ihr.
 

Ist Ihre Brille in erster Linie ein Accessoire für Sie?

Ich glaube, eine Brille ist ein wunderschönes Accessoire, mit dem man den eigenen Look beeinflussen kann. Und wenn man es sich leisten kann, ist es ganz nett, gleich mehrere Brillen in verschiedenen Farben und Ausführungen passend zum Outfit zu besitzen.

Ich persönlich trage fast immer die gleiche Brille – ich mag die mit dem schwarzen Rahmen. Daneben habe ich noch ein paar weitere auf Lager.

Begreifen Sie Leute, die aus ästhetischen Gründen lieber Kontaktlinsen tragen? 

Ich kann es insofern nachvollziehen, als Brillen früher hässlich waren. Aber heute gibt es keinen Grund dazu. Brillen sind zu einem Modeartikel geworden und es gibt so viele schöne Brillenfassungen. Ich selber halte nichts von Kontaktlinsen.

Ich würde sie wohl gar nicht aufs Auge kriegen, geschweige denn wieder rausbekommen. Aber jedem das Seine.

Mit 96 Jahren sind Sie in der Modewelt eine der gefragtesten Stilikonen. Wie kam es dazu? Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Das kann ich nicht sagen. Das wissen die Leute besser, die mich zur Stilikone gemacht haben. All dies war nie meine Absicht. Ich hatte dafür keinen Businessplan, ich bin keine Planerin. Ich liebe es einfach, verschiedene Dinge auszuprobieren.

Ich bin sehr neugierig und liebe Herausforderungen. Es ist einfach alles irgendwie zufällig geschehen. Mein ganzes Leben war so. Deshalb habe ich mein Buch, das im März erscheint, auch «Accidental Icon» genannt.

Um was geht es in Ihrem Buch?

Es ist ein Buch über Grübeleien. Ich bekunde darin meine persönliche Meinung zu den unterschiedlichsten Dingen wie zum Beispiel Heirat oder auch Scrabble. Es ist ein unterhaltsames Buch mit vielen Bildern und Illustrationen, das viele lustige kleine Anekdoten aus meinem Leben enthält.

Mein letztes Buch liegt zehn Jahre zurück und man drängte mich zu einem neuen. Es war mir wichtig, nicht noch einen weiteren Bildband herauszugeben. Ich wollte auch keine Memoiren oder ein How-to-Buch verfassen. Es ist nicht an mir, den Leuten zu sagen, was sie tun sollen.

Wo finden Sie Inspiration für Ihr Schaffen?

Keine Ahnung. Wohlmöglich morgens, wenn ich aufstehe. Ich schätze mich dann glücklich, aufgewacht zu sein. Die Inspiration kommt von überall her – vom Leben selbst. Ich absorbiere Dinge, die ich sehe. Es kommt einfach so aus mir heraus, es ist organisch. 

Ist Stil etwas Angeborenes oder kann man ihn erlernen?

Ich glaube, echten Stil hat man in der DNA. Man muss jedoch daran arbeiten und ihn polieren, sonst geschieht nichts.
 

Man kann lernen, modisch zu sein, sich gut anzuziehen. Aber Stil hat man in sich. Man kann ihn nicht erlernen, da er etwas sehr Individuelles ist.
 

Wie würden Sie den Unterschied zwischen Stil und Mode definieren?

Die treffendste Definition, die ich gehört habe, lautet: «Mode kann man kaufen, Stil muss man besitzen.» Stil ist etwas Inhärentes, die Art, wie man über Dinge fühlt, eine Lebensattitüde.

Das ist meine persönliche Sicht. Stil bedeutet, deinen eigenen Weg zu gehen. Viele Leute fühlen sich jedoch sicherer, wenn sie der Herde beziehungsweise Modetrends folgen können. Es gleicht schon fast einer Uniform, wie sich die Menschen heute kleiden.

  • Buchempfehlung

Iris Apfel: Accidental Icon

Das neue Buch von Iris Apfel sprüht voller Farben und Lebensfreude wie die Stilikone selber und begeistert Fans von Jung bis Alt. Darin plaudert die 96-jährige Geschäftsfrau aus dem Nähkästchen und bekundet ihre Meinung zu den unterschiedlichsten Dingen wie zum Beispiel Heirat oder auch Scrabble. Es ist eine Sammlung aus Gedanken, Anekdoten und Beobachtungen über das Leben – unterhaltsam, amüsant und facettenreich.