Am Beispiel der Dermatologie und Venerologie, dem medizinischen Spezialgebiet der Hautkrankheiten und Geschlechtskrankheiten, lässt sich der rasante Fortschritt der modernen Medizin gut veranschaulichen.

Dieser beruht einerseits auf den neusten Methoden der biomedizinischen Forschung, mit welchen mit atemberaubender Geschwindigkeit molekulare, immunologische und genetische  Prozesse entschlüsselt und besser verstanden werden, und andererseits auf der unbändigen Innovation der medizinischen Technologie.

Erscheinungsbild und Selbstwertgefühl

Die Dermatologie und Venerologie beschäftigt sich buchstäblich mit allem, was die Haut anbelangt und ist daher ein sehr vielseitiges Fachgebiet der Medizin. Die grossen Themen sind jedoch die entzündlichen Hautkrankheiten, die Allergien und der Hautkrebs.

Das vorliegende Themenheft steht ja unter dem Titel «Beauty Ratgeber». Tatsächlich spielt das Erscheinungsbild und das bei vielen Menschen stark damit verbundene Selbstwertgefühl bei der Mehrzahl der Hautkrankheiten eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Alleine schon die Möglichkeit, Hautkrankheiten wirksamer behandeln zu können, führt nicht nur zu einer deutlichen Abnahme der Belastung durch die Krankheit selbst, sondern auch zu einem verbesserten Selbstvertrauen.

Schmerzen, Juckreiz und schlechter Schlaf

Viele Hautkrankheiten beeinflussen jedoch die Lebensqualität der Betroffenen ganz direkt, durch Schmerzen, Juckreiz, gestörten Schlaf, Geruch und eine eingeschränkte «Präsentabilität» im Beruf und Privatleben.

Hautkrankheiten können auch die Freizeit, Hobbys und den Sport beeinträchtigen. Dabei haben wir gar noch nicht davon gesprochen, dass z.B. Hautkrankheiten der Hände dazu führen können, dass die betroffenen Patienten unter Umständen eine ganze Reihe alltäglichster Verrichtungen nicht mehr ausführen können, vor allem in Zusammenhang mit feuchter oder mechanisch belastender Arbeit, oder in Zusammenhang mit allergisierenden Stoffen, was im Extremfall bis zur Berufsaufgabe führen kann.

Neue Medis schaffen Abhilfe

Für die entzündlichen Hautkrankheiten – besonders verbreitete und gut bekannte Vertreter sind die Schuppenflechte (Psoriasis), das atopische Ekzem (Neurodermitis) oder die Akne – wurden in den letzten Jahren neue Medikamente entwickelt, die gerade bei schwerkranken Patienten eine wesentlich bessere Behandlung erlauben.

Dazu gehören die aufwändig herzustellenden Biologika («Biologics»), deren Verwendung spezifische Kenntnisse erfordert, aber auch eine Reihe neuer Medikamente und Lokaltherapien (Crèmen).

Salben gegen Hautkrebs

Bei der Diagnostik und Behandlung der Allergien wurden in den letzten Jahrzehnten viele Meilensteine gesetzt. Ganz neu ist die Möglichkeit einer wirksamen Behandlung des chronischen Nesselfiebers (Urticaria) mit einem «Biologic». Aber auch bei der Verhinderung der schwersten Formen von Medikamenten-Allergien sind grosse Fortschritte zu verzeichnen.

Hautkrebs betrifft heute in leichter Form ungefähr jeden dritten Erwachsenen im Pensionierungsalter und in schwererer Form immerhin 10 Prozent der Bevölkerung. Gut 1 Prozent wird im Laufe des Lebens mit aggressivem und potenziell lebensgefährlichem Hautkrebs konfrontiert (Melanom und Plattenepithelkarzinom (spinozelluläres Karzinom der Haut).

Heute bestehen gute Möglichkeiten, Hautkrebs bereits im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln. Leichtere Formen können oft mit Medikamenten in Salbenform und weiteren nicht-chirurgischen Möglichkeiten unter Kontrolle gebracht werden.

Für die schwereren Formen haben die chirurgischen Fächer in den letzten Jahren intensiv an der Verbesserung der operativen Versorgung von Hautkrebspatienten gearbeitet. Auch die Dermatologie und Venerologie hat hierzu einen relevanten Beitrag leisten können.

Therapie ohne Skalpell

Der vorliegende Beauty-Ratgeber thematisiert die ästhetische Medizin im engeren Sinn, die sich in den vergangenen zwanzig Jahren zu einem sehr weiten Feld entwickelt hat.

Interessanterweise lässt sich die moderne ästhetischen Medizin von der modernen klassischen Medizin nicht vollständig trennen, indem die Fortschritte in beiden Gebieten auf ähnlichen Grundlagen beruhen.

Man darf jedoch sagen, dass die ästhetische Medizin in den letzten zehn Jahren generell etwas «weniger chirurgisch» – ich meine chirurgisch im engeren Sinn – geworden ist, indem sich zahlreiche Methoden etabliert haben, die eine wirksame Therapie ohne Skalpell erlauben. Auch dazu hat die Dermatologie und Venerologie massgeblich beigetragen.