Die Augen sind das Spiegelbild der Seele. Im Zusammenspiel von Mimik und Gestik verraten sie viel über einen Menschen und tragen wesentlich zum persönlichen Erscheinungsbild bei. Ein Augenverlust kommt daher ein Stück weit einem Persönlichkeitsverlust gleich.

Für die Wiederherstellung der ursprünglichen Gesichtsharmonie nach einem Unfall oder einer Krankheit gibt es verschiedene Arten von modernen Augenprothesen, die dem Aussehen eines gesunden Sehorgans extrem nahekommen.

Augenprothesen aus Glas

Glasaugen werden vom Okularisten beziehungsweise vom Augenprothesenhersteller in nur einer Behandlungssitzung angefertigt. Die Augenprothesen sind farblich und detailgetreu dem Original entsprechend gestaltet und der Beschaffenheit der Augenhöhle des Patienten angepasst.

Die Prothese kann sich sogar beim Sehen mitbewegen

Zur Herstellung der Glasprothesen wird ein Spezialglas verwendet. Das hochwertige und widerstandsfähige Kryolithglas wird bei einer Temperatur von 600 bis 700 Grad Celsius verarbeitet.

Dieser Werkstoff besitzt den Vorteil, dass seine Oberfläche äusserst glatt, biologisch inert und gut durch die Tränenflüssigkeit benetzbar ist. Damit gleiten die Augenlider widerstandslos über die Oberfläche. Dank dieser Materialeigenschaften sind Glasaugen besonders gut verträglich und pflegeleicht. Einziger Nachteil: Sie sind zerbrechlich.

Kunststoffaugen

Kunststoffaugen bestehen aus Plexiglas (PMMA) und sind deshalb unzerbrechlich. Ihre Benetzbarkeit kommt aber nicht an ein Glasauge heran und es können auch biologische Reizungen in der Augenhöhle entstehen. Ihre Herstellung bedingt mehrere Konsultationen beim Okularisten, da eine sorgfältige Kunststoff-Polymerisation jeweils einige Stunden beansprucht. Deshalb sind Kunststoffprothesen auch teurer.

Formgebung und Erneuerung

Jede Augenhöhle ist unterschiedlich in Form und Grösse. Auch die Operationstechnik der Ärzte spielt eine Rolle. Deshalb werden gute kosmetische Ergebnisse und Tragkomfort nur bei eingehender Beratung durch eine Fachperson mit Erfahrung erzielt. Augenprothesen aus Glas sollten alle eineinhalb Jahre ersetzt werden, solche aus Kunststoff (bei regelmässiger Politur) alle vier Jahre.

Neue Lebensqualität

Erkannte man früher eine Person mit einem Glasauge oft an ihrem starren Blick, ist ein Augenersatz heute dank der hochstehenden Technologie und individueller Anfertigung für Aussenstehende kaum mehr ersichtlich.

Moderne chirurgische Techniken machen es sogar möglich, dass die Prothese im Augapfel sich beim Sehen mitbewegt. Eine individuell angefertigte, gut sitzende Augenprothese ermöglicht so letztlich ein selbstbewusstes Auftreten und damit auch mehr Lebensqualität.