Verheissungsvolle Versprechungen wie Faltenreduktion, ein strahlender Teint, die Reduktion von Cellulite oder reine Haut animieren zum Kauf. Doch werden diese Werbeaussagen tatsächlich auf ihre Richtigkeit überprüft?
 

«In der Tat schreiben die schweizerische und die europäische Kosmetikgesetzgebung einen strikten Täuschungsschutz für den Verbraucher vor. Werbeaussagen müssen wahr und gegenüber den Behörden belegbar sein», sagt dazu Bernard Cloëtta vom Schweizerischen Kosmetik- und Waschmittelverband SKW.
 

Die Einhaltung dieser Gesetzgebung wird von den Herstellern im Rahmen der Selbstkontrolle geprüft und von kantonalen Vollzugsbehörden regelmässig und genau überwacht.

Naturkosmetik auf dem Vormarsch

Auch der Markt an Naturkosmetik ist in den letzten Jahren stark gewachsen und für den Verbraucher ist es nicht einfach, den Durchblick zu bewahren. Erschwerend kommt hinzu, dass der Begriff Naturkosmetik gesetzlich nicht ausführlich geregelt ist.

Aus diesem Grund haben zahlreiche private Organisationen und Interessensverbände eigene Kriterien entwickelt, um Naturkosmetik zu definieren.  «Die Grenzen zwischen Naturkosmetik und klassischer Kosmetik lassen sich oftmals nicht klar oder nur durch intensives Studium von Deklaration und Label voneinander abgrenzen», sagt Bernard Cloëtta.

Wer auf Naturkosmetik oder gar Biokosmetik Wert legt, sollte zu Produkten greifen, die mit einem vertrauenswürdigen Siegel gekennzeichnet sind. Diese Produkte unterliegen den strengen Kriterien der jeweiligen siegelvergebenden Organisation. Dazu Cloëtta: «Es existieren verschiedene Zertifizierungslabel, am bekanntesten hierzulande sind zum Beispiel Natrue, Ecocert und Cosmos.»

Inhaltsstoffe prüfen

Ob Naturkosmetik oder herkömmliche Produkte, es lohnt sich allemal, die Inhaltsstoffe genauer zu studieren.

Dazu bieten inzwischen zahlreiche Internet-Portale und Smartphone-Apps eine «Bewertung» von Kosmetik-Inhaltsstoffen an, etwa anhand des Barcodes von Kosmetikprodukten. «Die Kosmetikindustrie begrüsst grundsätzlich solche Initiativen, solange sie die Inhaltsstoffe von kosmetischen Mitteln objektiv und basierend auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen bewerten», sagt Cloëtta.

Fazit: Die Auswahl von Kosmetikprodukten ist in allen Produktkategorien riesig. Entscheidend ist, dass der Verbraucher herausfindet, welches dieser Produkte seinen Haut- und Haarbedürfnissen am besten entspricht und dass er dieses auch richtig, gemäss den Informationen auf der Verpackung, anwendet.

4 Fragen an Susan Meier vom SFK:

Frau Meier, wie viel Kosmetik benötigt die Haut denn eigentlich?

Jede Haut benötigt differenzierte Pflege. Je nach Hauttyp, Hautzustand und Jahreszeit. Die Haut kann auf jeden Fall überpflegt sowie auch zu wenig oder falsch gepflegt werden.

Welche Pflegefehler werden häufig gemacht?

Viele benützen unter der Dusche das Shampoo oder die Seife für die Gesichtsreinigung. Dies stresst und entfeuchtet jedoch die Haut.

Wie findet man am besten heraus, welches die geeigneten Pflegeprodukte für die eigene Haut sind?

Fachkompetente Beratung ist ein guter Weg. Der genaue Hautzustand und Hauttyp kann genau erkannt werden, wenn die Haut zwei Stunden ohne Pflegeprodukte angeschaut wird.

Welche allgemeinen Pflegetipps können Sie geben?

Die genau abgestimmte Pflege korrekt verwenden. Haut vor Sonne schützen: Hut tragen, Sonnenschutz auftragen, zwischen 11 und 15 Uhr Siesta machen und nicht in der Sonne liegen. Auch sollte man auf Inhaltsstoffe in der dekorativen Kosmetik achten.