Tipps

  • Gesunde Nahrungsaufnahme
  • Aktiv werden und sich dies zu Herzen nehmen
  • Nein zum Tabak sagen
  • Ein gesundes Gewicht halten
  • Die Werte kennen (Blutdruck, Cholesterin, Glukosegehalt usw.)
  • Alkoholkonsum beschränken
  • Auf eine rauchfreie Umwelt bestehen
  • Übungen in den Arbeitsalltag einbauen
  • Gesunde Verpflegungsmöglichkeiten auswählen
  • Stressfreie Momente fördern

Als 1960 erstmals einem Menschen eine künstliche Herzklappe implantiert wurde, staunte die Welt. Aber hätte da jemand gedacht, dass eines Tages nicht mal mehr der Brustkorb eröffnet werden muss, um eine Herzklappe zu ersetzen?

Seither wurden alternative Zugangswege entwickelt, wie etwa minimal-invase oder parasternale Thorakotomien, um Ärzten den Zugang zum Herzen zu erleichtern. Dennoch gilt die mediane Sternotomie nach wie vor als Goldstandard für einen Herzklappenersatz. Wie lange noch?

Der Haken an der herkömmlichen Methode: Weil Herz und Atmung während der Operation stillgelegt und durch eine Herz-Lungen-Maschine ersetzt werden, ist sie für Risikopatienten nicht geeignet. Insbesondere ältere und multimorbide Personen können nicht operiert werden.

Für solche Patienten bietet sich nun dank neuester Entwicklungen ein minimal-invasives Verfahren des Aortenklappenersatzes an.

Meilenstein in Frankreich

Am 16. April 2002 führte Professor Alain Cribier am Hôpital Charles Nicolle in der nordfranzösischen Stadt Rouen die erste Herzklappenersatz-Implantation nach sogenannter TAVI-Methode durch. TAVI steht für «Transcatheter Aortic Valve Implantation», also transkatheter-basierte Aortenklappen-Implantation.

Bei dieser Methode wird über einen minimal-invasiven Zugang die verengte Aortenklappe zunächst mit einem Ballon-Katheter aufgedehnt. Danach wird über einen Katheter eine biologische Aortenklappenprothese in der alten Aortenklappe implantiert. Vorteile des Verfahrens: Verzicht auf die Herz-Lungen-Maschine und der Brustkorb des Patienten bleibt geschlossen.

Zwei Wege führen zum Herzen

In der Forschung und Entwicklung im Bereich der Herzklappe ist die Firma Edwards Lifesciences weltweit führend und hat bei der Transkatheter-Herzklappen-Technologie neue Massstäbe gesetzt.

Das Einbringen des Katheters zur verengten Aortenklappe erfolgt entweder über die Leistenarterie (transfemoral) oder durch einen kleinen Schnitt am seitlichen linken Brustkorb direkt unterhalb der Herzspitze (transapikal).

Welcher Zugangsweg für den Eingriff gewählt wird, hängt von den anatomischen Verhältnissen und der krankheitsbedingten Vorgeschichte jedes einzelnen Patienten ab.

Seit 2007 in der Schweiz

Mittlerweile wurden weltweit schon mehr als 50'000 Patienten in über fünfhundert Herzzentren und in mehr als fünfzig Ländern mit der TAVI-Methode behandelt. In der Schweiz wurde im Jahr 2007 erstmals ein Patient mit dieser Technik operiert. Hierzulande bieten mittlerweile sogenannte «Herz-Teams», bestehend aus einem Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten in allen Universitätskliniken sowie in diversen Privatkliniken dieses Verfahren an.

Die Operation dauert im Durchschnitt rund neunzig Minuten, eine Vollnarkose ist nicht nötig. Der Eingriff wird in der Regel in einem Hybrid-OP, also in einem Operationssaal mit hochqualitativer Durchleuchtungsanlage, durchgeführt.

Hier sorgen hochauflösende Angiografieanlagen für die bestmögliche Visualisierung kleiner anatomischer Strukturen und sehr dünner Gefässe im Herzmuskel. Herzch­irurg, Kardiologe und Anästhesist ergänzen sich gegenseitig und sorgen für die optimale Betreuung des Patienten während des Eingriffs.

Blick in die Zukunft

Randomisierte Studien belegen: Die Aortenklappen-Implantation führt innerhalb eines Jahres zu einer Reduktion der Mortalität von zwanzig Prozent gegenüber einer herkömmlichen, medikamentösen Therapie bei Patienten, für die eine konventionelle Operation am offenen Herzen zu hohe Risiken birgt.

Hinzu kommt, dass die Regenerationszeit für Patienten nach dem minimal-invasiven TAVI-Eingriff deutlich geringer ist als nach einer Sternotomie. Wie sieht die Zukunft des Aortenklappenersatzes aus? Mehrere Firmen forschen derzeit an der Weiterentwicklung und Verbesserung der Prozedur und des Materials.

Noch sicherer, noch besser, noch angenehmer soll die TAVI-Methode werden. Wünschenswert wäre, dass dank Forschung und Entwicklung künftig noch weitere Patienten mit diesem minimal-invasiven Eingriff behandelt werden können, die heutzutage noch am offenen Herzen operiert werden. Und dass der Herzklappenersatz über die Transkatheter-Implantation eines Tages sogar zum Goldstandard wird.