Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose
Menschen mit Asthma kennen es nur zu gut: Das Atmen wird anstrengend, und die Luft bleibt weg. Asthma ist eine chronische Entzündung der Bronchien und führt unter Umständen zusätzlich zu einer Verengung der Atemwege. Die Symptome wie Atemnot und ein beengtes Gefühl im Brustkorb oder auch ein chronischer Husten können durch Asthma ausgelöst werden. «Eigentliche Atemnot-Attacken sind zum Glück selten und kommen vor allem bei Menschen vor, die auf gewisse Allergene oder Trigger mit einer akut auftretenden Verengung der Bronchien reagieren», erläutert Jürg Barandun, Facharzt FMH für Pneumologie und Innere Medizin am Lungen-Zentrum Hirslanden. Dazu gehören zum Beispiel Tierhaare, Mehlstaub, Latex und kalte Luft. Dadurch kann relativ rasch eine bedrohende Atemwegsverengung ausgelöst werden.

Vor allem über Inhalationen
Asthma hat eine genetische Komponente. Weitere Risikofaktoren wie häufige Atemwegsinfekte, Rauchen und Passivrauchen sind bekannt. Deshalb gehört zur Diagnose immer eine detaillierte Analyse der Ursachen. Die exakte Abklärung von auslösenden Faktoren ist besonders wichtig für junge Menschen, die sich in der Ausbildung befinden und die unter Asthma leiden. «So sollte ein junger Mann, der auf Mehlstaub allergisch reagiert, sicher nicht Bäcker werden. Eine junge Frau mit einer Latexallergie kann akute Probleme bekommen, wenn sie etwa eine Ausbildung als Pflegende beginnt», erklärt Jürg Barandun. Asthma kann therapiert, aber nicht geheilt werden. Bei richtiger Diagnosestellung, dem Einleiten präventiver Massnahmen und einer anschliessenden optimalen Therapie kann in rund 95 Prozent der Fälle eine völlige Stabilisierung mit normaler Lebensqualität erreicht werden. Das geschieht vor allem über Inhalationen. Lediglich bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten besteht ein so schweres Asthma, dass trotz ausgebauter Prävention und Therapie keine vollständige Beschwerdefreiheit möglich ist.

Feine Atemwege
Je nach Schweregrad und auslösenden Ursachen bedeutet Asthma für viele Patienten, dass sie unter Umständen eine lebenslange Therapie, etwa mit Inhalationen, benötigen.
Damit wird vor allem die Entzündung bekämpft, und je nach Asthma-Art können drohende Verengungen verhindert werden. Asthma ist die häufigste chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege bei Kindern. Hier spielen erbliche und wahrscheinlich auch Umweltfaktoren eine Rolle. «Ein Asthma manifestiert sich bei Kindern auch deshalb häufig, weil die Atemwege noch sehr fein und nicht vollständig ausgewachsen sind», erklärt Jürg Barandun. «Stellt man die Diagnose frühzeitig und behandelt man die kleinen Patienten richtig, können Kinder sehr oft das Asthma im Verlauf der Zeit wieder verlieren.»