Wenn die elektrischen Impulse nicht richtig übertragen werden, treten Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) auf. Zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen zählt das Vorhofflimmern.

Dabei kommt es zu ungeordneten elektrischen Impulsen der Vorhöfe, und das Herz kann seine Funktion nicht mehr richtig wahrnehmen: Es wirft weniger Blut aus, und die Herzleistung nimmt ab.

«In einigen Fällen werden Medikamente verschrieben mit dem Ziel, das Auftreten des Vorhofflimmerns zu unterdrücken und somit den normalen Sinusrhythmus zu stabilisieren.

Eine Vielzahl von Patienten erhält jedoch Medikamente, welche die Auswirkung des Vorhofflimmerns auf eine zu schnelle Überleitung auf die Hauptkammern reduzieren und so die Beschwerden effizient lindern», erläutert Jürg Fuhrer vom Departement Herz und Gefässe, Kardiologie, an der Universitätsklinik des Inselspitals Bern.

Wieder ein normaler Herzschlag

Tritt das Vorhofflimmern nur selten auf, hält aber lange an, kann mit einer elektrischen Kardioversion (Elektroschock) der normale Rhythmus wiederhergestellt werden.

Bei häufigen Episoden oder stark störendem und schon längere Zeit anhaltendem Vorhofflimmern kann als Therapieoption auch eine Katheterablation in Betracht gezogen werden.

Dieser Eingriff wird meist in Lokalanästhesie und mit starken Schmerzmitteln durchgeführt. Durch Erwärmung der Katheterspitzen mit Hochfrequenzstrom können kleinste erkrankte Bereiche des Herzens beziehungsweise falsch leitende Muskelfasern gezielt erhitzt und ausgeschaltet, das heisst abladiert werden.

«Dadurch verlieren sie ihre elektrische Leitfähigkeit, und es kann wieder ein normaler Herzschlag erzeugt werden», erklärt Jürg Fuhrer. Viele Herzrhythmusstörungen sind unmittelbar nach der Ablation definitiv geheilt. Beim Vorhofflimmern allerdings kommt es manchmal nach Jahren von Beschwerdefreiheit oder deutlicher Besserung zu Rückfällen.

Medikamente zur Blutverdünnung

«Eine hochentwickelte Technologie und exakte Kenntnisse der verschiedenen Rhythmusstörungen erlauben es, unseren Patienten ein sehr schonendes Verfahren zur Heilung ihres Leidens anzubieten», betont Jürg Fuhrer.

Während des Eingriffs kann es zwar in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Insgesamt ist jedoch die Gefahr ernsthafter Komplikationen gering, und die Katheterablation als minimalinvasives Verfahren gilt für viele Herzrhythmusstörungen als erste Behandlungswahl.

Da das Vorhofflimmern die Bildung von Blutgerinnseln fördert, was zu einem Schlaganfall führen kann, benötigen viele Patienten Medikamente zur Blutverdünnung auch nach der Ablation.