In der Schweiz leiden ca. 400 000 Menschen an der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Zwar sind 90 Prozent Raucher, doch Nichtraucher sind damit keinesfalls von der Risikogruppe ausgeschlossen.

Denn Ursachen gibt es viele: Schlecht belüftete offene Kamine etwa geben bedrohliche Russpartikel ab. Gleiches gilt übrigens für Kopierer. Ob und wodurch jemand an COPD erkrankt, ist schwer zu sagen. Sicherlich spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle.
Vorab: COPD ist nicht heilbar.

Die Krankheit lässt sich aber therapieren, was die Zerstörung der Lunge bremst, aber nicht aufhält. Auf keinen Fall kann fehlendes Lungenvolumen wieder aufgebaut werden.

Der Lungenexperte Dr. med. Alexander Turk mahnt daher: «Die Früherkennung ist sehr wichtig. Leider gehen viele Menschen erst zum Arzt, wenn bereits starke Atemnot und Kraftlosigkeit spürbar sind. Dann sind allerdings oft bereits bis zu 50 Prozent der Lunge geschädigt.»

Mehr Lebensqualität

Vor der Behandlung sind Patienten in der Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt und fühlen sich extrem schlapp. Betroffene neigen dann dazu, dieser Kraftlosigkeit nachzugeben und zu meinen, sie müssten den Tag, auf dem Sofa verbringen.

Das ist falsch. Denn die Muskeln bilden sich zurück und die körperliche Konstitution wird erst recht schlechter. Aus dieser Abwärtsspirale gilt es den Patienten zunächst zu befreien. Bewegung steht daher ganz oben auf der Agenda. Einige Betroffene reagieren auch mit sozialem Rückzug, was zusätzlich eine psychologische Unterstützung erforderlich macht.

Die gesamte Behandlung kann je nach Grad der Erkrankung stationär oder ambulante erfolgen. Alexander Turk unterstreicht in diesem Zusammenhang den ganzheitlichen Ansatz für einen erfolgreichen Therapieverlauf: «Die Behandlung von COPD ist ein recht komplexer und umfangreicher Prozess, bei dem die unterschiedliche Teilbereiche optimal aufeinander abgestimmt werden müssen.

Hierbei hat der Medikamenten- und Trainingsplan die gleiche Bedeutung wie eine psychologische Betreuung und der Einsatz optimaler technischer Hilfsmittel. Ziel aller Therapie- massnahmen muss es sein, dass ein COPD-Patient selbständig mit der Krankheit zu leben lernt und soviel Lebensqualität wie möglich zurückerhält.