Im Vordergrund der Demenzstrategie 2014 bis 2017 steht die Förderung der Lebensqualität der Betroffenen. Dabei geht es um die Unterstützung aller Patienten in jeder Phase der Krankheit.

Eine optimierte, integrierte Versorgung trägt in allen Phasen einer Demenzerkrankung, wesentlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen bei

Eine frühe und richtige Diagnose ist wichtig, damit die demenzerkrankten Personen in die Entscheidung darüber, wie sie behandelt, betreut und gepflegt werden sollen, miteinbezogen werden können.

Ausserdem sollen die Unterstützungsangebote für die erkrankten Personen wie auch für die Angehörigen besser koordiniert, vernetzt und bedarfsorientiert weiterentwickelt werden.

«Der Bundesrat hat es sich im Rahmen seiner gesundheitspolitischen Strategie Gesundheit 2020 zum Ziel gesetzt, zeitgemässe Versorgungsangebote zu fördern und die koordinierte Versorgung bei wichtigen Krankheiten zu verbessern», erläutert Verena Hanselmann, Leiterin der Nationalen Demenzstrategie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

In allen Phasen

Die Zahl älterer Menschen wird in den kommenden Jahrzehnten stark ansteigen und zu einer Zunahme der chronischen Erkrankungen wie Demenz führen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen alle 20 Jahre verdoppelt.

Eine optimierte, integrierte Versorgung trägt in allen Phasen einer Demenzerkrankung, also von der Früherkennung bis zur Palliative Care, wesentlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen und des subjektiven Wohlbefindens der Betroffenen bei.

«So können wir dafür sorgen, dass sie trotz Krankheit in den Genuss einer hohen Lebensqualität kommen», betont Hanselmann. Auch aus Sicht der Leistungserbringer und der Patientenorganisationen wird der Stellenwert der Demenzstrategie sehr hoch eingeschätzt.

Entsprechend dynamisch und konstruktiv wirken die Akteure bei der Umsetzung mit. In einigen Kantonen laufen bereits auf die nationale Strategie abgestimmte kantonale Strategien.

Ambulant und stationär

Die Strategie der Schweiz gehe jenen Herausforderungen nach, die im internationalen Vergleich als zentral erachtet werden, sagt Hanselmann. Dazu zählen: der Abbau des Stigmas und die Sensibilisierung der Gesamtbevölkerung, die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen unter anderem durch eine verbesserte Koordination der Angebote entlang des Krankheitsverlaufs, die Unterstützung der Angehörigen und die Sicherstellung der Finanzierung der Leistungen sowie die qualitative Optimierung der Versorgung.

«Unser Ziel ist, eine demenzgerechte und demenzspezifische Versorgung sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich zu gewährleisten, sei es in der Kurz- oder in der Langzeitpflege. Die Betroffenen sollen in ihrer Lebenslage ernst genommen und soweit möglich in Entscheidungen miteinbezogen werden», betont Hanselmann.

Die Umsetzung erfolgt im Rahmen der vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen der involvierten Akteure. Zu einem grossen Teil lassen sich die vorgeschlagenen Projekte in bereits laufende kantonale Aktivitäten integrieren.

Mit einer besseren nationalen Koordination können Synergien genutzt und so die Wirksamkeit der verschiedenen Massnahmen erhöht werden.

Aktivitäten koordinieren

Die Nationale Demenzstrategie stehe auf einer soliden Basis, so Hanselmann. So hätten seit Start der Umsetzung im Mai 2014 erste Massnahmen in 13 von insgesamt 18 Projekten umgesetzt werden können.

Für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) als federführende Behörde seitens des Bundes und die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) geht es vor allem darum, die Aktivitäten zu koordinieren und den Informations- und Kommunikationsfluss zwischen den Akteuren sicherzustellen.

Die Strategie ist vorderhand bis 2017 begrenzt. Der Entscheid, wie die Arbeiten nach 2017 weitergeführt werden sollen, steht noch aus. Die Zusammenarbeit mit der Alzheimervereinigung (ALZ) sei in der Umsetzung von entscheidender Bedeutung, betont Hanselmann.