Männer und Frauen scheinen vom weitverbreiteten Mundgeruch gleich häufig betroffen zu sein. Jede Dritte oder gar jede zweite Person krankt an Halitosis.

Jeder Zwanzigste quält sich gemäss zahnmedizinischen Befragungen ein Leben lang damit. Immerhin: Fast niemand übertrifft den extrem übelriechenden Atem des fleischfressenden Löwen – denn eiweissreiche Kost erzeugt einen penetranten Geruch aus dem Mund.

Ursache: Bakterien und Co.

Übeltäter sind bei 85 bis 90 Prozent der Leidenden Bakterien. Diese besiedeln die Mundhöhle, mit Vorliebe dort, wo kein Sauerstoff hinkommt. Sie mögen Speisereste in Nischen, Taschen und Falten.

Die einzelligen Kleinstlebewesen befinden sich auf und zwischen den Zähnen. «Sie vermehren sich in tieferen Zahnfleischtaschen und auf der Zunge», erklärt Prof. Dr. Andreas Filippi, Klinik für Zahnärztliche Chirurgie, Radiologie, Mund- und Kieferheilkunde und Leiter der Halitosis-Sprechstunde der Universität Basel.

Zersetzen sich diese Bakterien, entstehen flüchtige Schwefelverbindungen. Diese riechen übel. Die intensive Geruchswolke lässt die Mitmenschen einen Schritt zurücktreten und sorgt für Scham bei den Betroffenen. Beziehungen leiden.

Neben Mikroorganismen verursachen ebenso Medikamente – die den Speichelfluss hemmen – den unangenehmen Geruch. Darunter fallen etwa Antihistaminika, Antidepressiva, Schlafmittel und blutdrucksenkende Präparate. Eine reduzierte Speichelmenge führt zudem zu Zahnfleischproblemen und Karies. Weitere Auslöser für das stinkende Übel können unter anderem Erkrankungen der Leber, Niere, Speiseröhre oder eine Zuckerkrankheit sein.

Lösung des Problems

Um Mundgeruch einzudämmen, muss die Bakterienanzahl in Schach gehalten werden. Das geschieht durch Reinigen von Zähnen, Zahnzwischenräumen sowie der Zunge mit Zahnbürste und Zahnpasta. Zahnschonende Kaugummis regen den Speichelfluss an.

Prof. Dr. Andreas Filippi erklärt: «Die antibakteriell wirkenden Mundspülungen beeinflussen den Biofilm im Mund und greifen stark ins Ökosystem ein.» Deshalb ist von einer langzeitlichen Nutzung der Mundwasser abzusehen. Ohnehin verduftet der strenge Geruch dadurch nicht.

Bringt die konsequente Mundhygiene keinen Erfolg, sollte der Zahnarzt oder eine spezielle Mundgeruch-Sprechstunde aufgesucht werden. Zahnkliniken in diversen Schweizer Städten bieten diese an.