Schon bald haben wieder Erkältungen und Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen Hochkonjunktur. Anstatt zu Schnupfenspray und Halswehtabletten zu greifen, kann sich eine Behandlung mit chinesischer Medizin lohnen.

Denn diese kann nicht nur die Symptome lindern, sondern auch stärkend auf das Immunsystem wirken. «Die Chinesische Medizin kann bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern zum Einsatz kommen – auch bei Hals- Nasen-Ohrenerkrankungen», sagt Dr. Anita Meyer, Internistin sowie Besitzerin des Fähigkeitsausweises Akupunktur-TCM/ASA.

Nicht die Symptome, sondern die Ursachen

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird denn nicht nur das Symptom, das heisst das oberflächliche Krankheitsbild behandelt, sondern die Ursache. Deshalb wird der Diagnosestellung eine besondere Bedeutung beigemessen. Denn erst durch die ganzheitliche Betrachtung des Menschen kann der Schlüssel zum Problem gefunden werden.

Eine eingehende Diagnosestellung ist in der Chinesischen Medizin deshalb zentral. Neben der Puls- und Zungendiagnose wird der Patient abgetastet und über den Gesundheitszustand befragt. «Eine sorgfältige Befragung ist das A und O, um den Gesundheitsproblemen auf die Spur zu kommen.

Zusammen ergibt das eine sehr individuelle Diagnose, nach welcher dann behandelt wird», so Meyer. Nach dieser ersten Untersuchung wird eine auf den Patienten abgestimmte Therapie zusammengestellt.

Verschiedene Arten von Akupunktur

Als Therapieformen kommen Akupunktur, Chinesische Arzneimittel, Tuina-Massagen sowie spezielle Ernährungsformen zum Einsatz. «Die Akupunktur muss man unterteilen in die klassische Körperakupunktur und in die Ohrakupunktur.

Das Ohr ist ein sogenanntes Somatotop, welches sämtliche Organe und Zustände im Körper wiederspiegelt. Die Ohrenakupunktur ist hierzulande sehr beliebt.» Bei Erkältungen und Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen haben sich chinesische Arzneimittel als sehr wirkungsvoll erwiesen. Zudem kann man mit chinesischen Kräutern die Abwehr grundlegend stärken.

Chinesische Medizin und Schulmedizin

Lassen sich die Lehren der Chinesischen Medizin mit der Schulmedizin verbinden? «Auf jeden Fall», sagt Anita Meyer. «Ich sage immer: auf zwei Beinen läuft es sich besser. Die Schulmedizin ist in vielen Bereichen, etwa beim Herausoperieren eines Blinddarms, einsame Spitze. Ebenso ist bei schweren Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen wie etwa bei einer eitrigen Halsentzündung oder bei einer Mittelohrentzündung der Einsatz von Antibiotika unumgänglich. Andere Krankheitsbilder wiederum können von der Schulmedizin schlecht in ein Behandlungsschema eingebracht werden. Hier kann die Chinesische Medizin helfen», so Meyer abschliessend.

Wandlungsphasen

Nach dem Yin/Yang-Konzept bildet die Theorie der fünf Wandlungsphasen eine zweite Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin. Diese Entsprechungsreihen werden mit den Begriffen Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde bezeichnet, weshalb man auch von der 5-Elemente-Theorie spricht.

Mit den Interaktionen der fünf Wandlungsphasen in einem positiven (Erschaffung oder Nährung) oder negativen Zyklus (Schwächung, Schädigung oder Zerstörung) werden alle Veränderungen und Störungen der funktionellen Abläufe innerhalb des Körpers beschrieben.