Die Micro-Hip-Technik ermöglicht beim Ersatz eines Hüftgelenks einen minimal-invasiven Zugang. Was heisst das genau?

Das heisst, dass bei einer solchen Operation im Gegensatz zur herkömmlichen Operationstechnik keine Sehnen und Muskeln verletzt werden.

Viele meinen ja, minimal-invasiv heisse einfach, dass für die Operation nur ein ganz kurzer Schnitt nötig ist. Aber entscheidend ist gar nicht die Schnittlänge, sondern was darunter passiert.

Was passiert denn darunter?

Wenn man auf herkömmliche Art ein Hüftgelenk ersetzt, muss man Sehnen und Muskulatur ablösen, um an die richtige Stelle zu gelangen. Das gibt teilweise grosse Muskelschäden, mit denen die Patienten nach einer Operation oft lange zu kämpfen haben und welche die Gelenksfunktion beeinträchtigen.

Die Micro-Hip-Technik ist viel schonungsvoller, weil man keine Muskulatur und Sehnen ablöst, sondern in den Schichten dazwischen durchdringt. Wir verfügen über die Instrumente, die Technik und vor allem die Erfahrung, um über einen natürlichen Weg zum Gelenk zu gelangen, ohne auch nur Nervenfasern zu verletzen.

Gerade bei Sportlern ist das sehr entscheidend, weil muskulär und funktionell nichts kaputt geht. Man kann nach der Operation fast alles machen, was man auch mit einem natürlichen Gelenk kann.

Welche Erfahrungen haben Sie damit sammeln können?

Wir haben 1998 begonnen, das Verfahren zu entwickeln und seit 2003 operieren wir danach. Inzwischen haben wir die Technik weiter verfeinert und durften nun schon rund 3'000 Hüftgelenke auf diese Art eingesetzt.

Wir konnten nachweisen, dass die Patienten damit kaum mehr unter muskulären Verlusten leiden. Zudem hat sich gezeigt, dass sie sich schneller erholen und so weniger lange im Spital bleiben müssen.

Darüber hinaus sind die Ergebnisse fünf Jahre nach der Operation wesentlich besser als nach Operationen mit den herkömmlichen Techniken.

Aber es gibt bestimmt auch bei dieser Technik Risiken…

Wenn die Operation korrekt ausgeführt wird, sind die Risiken tatsächlich sehr klein. Es besteht allerdings die Gefahr, dass der Patient die Hüfte nach der Operation zu früh belastet; dies weil er mangels Verletzung der Muskulatur kaum Schmerzen verspürt.

Doch auch bei diesem Eingriff braucht ein künstliches Gelenk rund sechs Wochen, bis es eingewachsen und verheilt ist. Da muss man das Gelenk lange genug schonen – auch ohne Schmerzen.

Je weniger Routine der Operateur hat, desto höher sind jedoch die Risiken. Dann kann man einiges kaputt machen, weil die Technik wesentlich mehr Präzision verlangt als herkömmliche Techniken.