Viele Menschen stören sich an den gängigen Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen. Am liebsten möchten sie auf jegliche solcher Hilfsmittel verzichten. Diese Möglichkeit besteht: Die sogenannte refraktive Chirurgie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt.

Die refraktive Chirurgie

«Die refraktive Chirurgie umfasst Behandlungen an der Hornhaut, dem klaren Fenster an der Augenvorderfläche, sowie im Bereich der Augenlinse, im Inneren des Auges», erklärt der Augenarzt PD Dr. med. Claude Kaufmann. Zu seinen Schwerpunkten zählt neben der refraktiven Chirurgie die chirurgische und konservative Behandlung von Hornhauterkrankungen.

1970 sei in Luzern die erste Kunstlinse implantiert worden. Weitere Innovationen waren der Excimerlaser anno 1990 und später der Femtosekundenlaser. «Mit Unterstützung dieser Technologie haben wir die Präzision bei der Zentrierung der Kunstlinsen weiter erhöht.»

Die Fortschritte in der refraktiven Chirurgie ermöglichen laut Dr. Kaufmann innerhalb gewisser Limiten nicht nur die Korrektur sämtlicher Fehlsichtigkeiten (Weit-beziehungsweise Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung), sondern auch der «Altersweitsichtigkeit», die schon im mittleren Alter teilweise auftrete.

«Neben die 20-jährige Kundin, welche ihre Kontaktlinsen loswerden möchte, ist der 45-jährige Kunde getreten, der nicht mehr auf seine Lesebrille angewiesen sein will.»

Wer es genau wissen will: «Führende Zentren bieten preisgünstige oder gar kostenlose Schnelltests an. Interessierte erfahren dabei, für welche Verfahren ihr Auge prinzipiell geeignet ist», so Dr. Kaufmann.

Richtig informieren

Prinzipiell handle es sich bei der refraktiven Chirurgie nicht um krankenkassenpflichtige Leistungen, das heisst, der Kunde bezahle die Leistung selber. Ausnahmen seien einige wenige, genau definierte Konstellationen wie zum Beispiel ein starkes Ungleichgewicht zwischen dem Sehfehler des rechten und des linken Auges.

Beim Kostenvergleich sollten die Kunden aber nicht nur die Preise, sondern auch das gesamte Angebot genauer unter die Lupe nehmen, rät der Augenarzt. Dazu gehöre auch der Faktor Erreichbarkeit in der Schweiz – ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei einem ungünstigen postoperativen Verlauf.