Die Bandscheiben bestehen aus einem Ring aus Bindegewebe und einem weichen, gallertartigen Kern, der für die Beweglichkeit der Wirbelsäule sorgt und als Stossdämpfer wirkt.

Beim Bandscheibenvorfall verschiebt sich der Kern und durchbricht den schützenden Bindegewebsring. Dabei tritt Gallertmasse aus und drückt gegen das Rückenmark oder die Nervenwurzeln. Ob bei einem Bandscheibenvorfall eine Operation indiziert ist, hängt in erster Linie vom Leidensdruck des Patienten ab.

«Grundsätzlich muss ein Bandscheibenvorfall dann operativ behandelt werden, wenn Ausfallerscheinungen wie eine Lähmung auftreten», betont der Münchner Facharzt und Wirbelsäulenspezialist Dr. Michael Schubert vom apex spine center.

Schonender Eingriff

Das ist allerdings nur in wenigen Fällen nötig. «Erfahrungsgemäss heilen rund 90 Prozent aller Bandscheibenvorfälle konservativ ab», so Schubert. Bei der operativen Behandlung setzt er auf minimal-invasive endoskopische Eingriffe. Unter örtlicher Betäubung wird ein Endoskop, das mit verschiedenen Miniatur-Arbeitskanälen ausgestattet ist, behutsam zum Bandscheibenvorfall vorgeschoben.

Dann kann das ausgetretene Bandscheibengewebe entfernt werden. Um die Revitalisierung der Bandscheibe zu unterstützen, wird die verkalkte Deckplatte der angrenzenden Wirbelkörper mittels feiner Instrumente angefrischt, wodurch eine bessere Durchblutung der Bandscheibe ausgelöst wird und ein stabiler Schutzfaserring gebildet werden kann.

Dieses Verfahren findet auch Anwendung bei schmerzhaften Bandscheiben, welche für diffuse Rückenschmerzen verantwortlich sein können. Die endoskopische Bandscheibenoperation dauert rund 45 Minuten. Der Patient kann in der Regel bereits einen Tag nach dem Eingriff die Klinik wieder verlassen.

Rasche Genesung

«Bereits ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff können die Patienten wieder Bürotätigkeiten und leichte körperliche Arbeiten aufnehmen», sagt Schubert. Auf schwere körperliche Tätigkeiten sollte allerdings in den ersten sechs Wochen verzichtet werden.

Etwa drei Wochen nach der Operation ist auch wieder Sport möglich., allerdings in Massen, also etwa Schwimmen oder Velofahren. Das gewohnte sportliche Training kann in der Regel nach rund sechs Wochen wieder aufgenommen werden.

«Der grosse Vorteil des minimalinvasiven Operationsverfahrens liegt vor allem darin, dass keinerlei Risiken einer Narbenbildung bestehen, wie das bei den herkömmlichen Verfahren mit offener Operation der Fall ist», fasst Schubert zusammen.

Das so genannte Rezidivrisiko, das heisst das erneute Auftreten eines Bandscheibenvorfalls, beziffert er auf rund vier Prozent.