Unkontrolliertes Zucken, Schaum vor dem Mund, Bewusstlosigkeit. Vor nicht allzu langer Zeit hätte die Menschheit beim Erkennen dieser Symptome an Unheil gedacht. Diese Zeiten sind vorbei, Unbehagen begegnet Patienten mit Epilepsie aber auch heute noch.

Dabei präsentiert sich ein Großteil der epileptischen Anfälle weit weniger dramatisch, als man sich das gemeinhin vorstellt. Dr. Dominik Zumsteg: «Die generalisierten Krämpfe, die den ganzen Körper erfassen und bis zur Bewusstlosigkeit führen, sind bei Erwachsenen-Epilepsien eher die Ausnahme. Weitaus häufiger kommt es zu fokalen Anfällen, die nur einen Teil des Gehirns erfassen.“

Anfall kaum vorhersehbar

Dabei sei das Charakteristische von epileptischen Anfällen das plötzliche Auftreten von Zeichen mit oder ohne Bewusstseinsstörung über eine relativ kurze Dauer, so der Experte.

Für den Betroffenen ist es die fehlende Vorhersehbarkeit, welche die Anfälle bedrohlich machen kann. Die wenigen Sekunden Vorwarnzeit sind zu kurz, um sich aus möglichen Gefahrenzonen zu bringen.

Dabei ist dies auch schon alles, was die Patienten zu tun haben: sich in Sicherheit bringen und Abwarten, bis der Anfall spontan wieder aufhört, was in aller Regel schon nach ein bis zwei Minuten der Fall ist. Insofern wäre also auch bei der Hilfe durch Beobachter eines solchen Anfalles weniger oft mehr.

Zeichen einer Erkrankung

Ein erstmaliger epileptischer Anfall hingegen braucht eine sofortige und ausführliche diagnostische Abklärung, bei der auch die Beobachter und Angehörigen eine wichtige Rolle spielen können.

Primär geht es hier um die Abklärung der Ursache des epileptischen Anfalles, «weil Anfälle beim Erwachsenen fast ausnahmslos Zeichen einer zugrunde liegenden Erkrankung sind“, so Dominik Zumsteg. Dies erklärt, warum epileptische Anfälle zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen gehören.

«Mit der richtigen und konsequent eingenommenen Medikation lassen sich die Anfälle meistens erfolgreich kontrollieren, wobei hier der Wahl des Medikamentes eine große Bedeutung zukommt.»