Aus heiterem Himmel, ohne Vorzeichen, kann ein Herz-Kreislauf-Stillstand eintreten. Jedoch existieren vielfach vorher schon Beschwerden wie Schwindel, Unwohlsein, Schmerzen im Oberbauch, Aufstossen oder Brennen hinter dem Brustbein.

Diese werden zunächst als unbedrohlich angesehen, obwohl sie zum Herzstillstand führen. Die Symptome schildert Dr. Erzsébet Philipps Oberärztin Kardiologie Rehaklinik Hasliberg: «Der Betroffene fällt um, sinkt im Stuhl zusammen, reagiert nicht auf Ansprechen, auf sanftes Schütteln oder Schmerz. Zudem hat er keine oder eine abnormale Atmung, weder einen Puls noch einen Blutdruck.»

Lebenswichtige Herzmassage

Im akuten Zustand lagert man den Leidtragenden am besten auf dem Rücken. Die Schweizerische Herzstiftung rät zuerst den Rettungsdienst 144 zu alarmieren. Als erstes die Atemwege öffnen: Den Kopf nach hinten neigen und gleichzeitig das Kinn anheben. Den Oberkörper freimachen, seitlich neben den Menschen knien. Einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbs legen.

Die zweite Hand auf die Erste platzieren. Die Finger ineinander verschränken. Sich senkrecht über der Brust positionieren. Mit gestreckten Armen kräftig und schnell den Brustkorb fünf Zentimeter gegen den Boden drücken. Nach jedem Pressen, den Druck auf das Brustbein reduzieren. Trotzdem die Hände auf dem Brustkorb lassen.

Nach 30-mal drücken die Atemwege öffnen. Die Nase mit Daumen und Zeigefinger verschliessen. Mund des Betroffenen aufmachen. Die eigenen Lippen dicht um dessen Mund arrangieren.

Dann eine Sekunde lang Luft reinblasen, bis sich der Brustkorb hebt. Anschliessend darauf achten, dass sich der Brustkorb wieder senkt. Ist er unten, noch einmal beatmen. Danach wieder 30-mal drücken und zweimal beatmen. Bleibt die Atmung aus, die Massnahme nochmals durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft. «Dank dem, dass zunehmend Laien in erster Hilfe ausgebildet wurden, sank die Sterblichkeitsrate markant,» führt Erzsébet Philipps an.

Lebensrettender Apparat


Meist befindet sich ein Defibrillator (AED) in der Nähe. Sie stehen beispielsweise in Sporteinrichtungen, öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen, Flughäfen und Einkaufszentren.

Liegt ein Kammerflimmern vor, wird mit einem AED-Gerät ein Schock ausgelöst und dann alle zwei Minuten wiederholt. Auch Laien können dieses handhaben. Denn ein AED erklärt Schritt für Schritt was zu unternehmen ist. Das Gerät analysiert den Herzrhythmus und entscheidet, ob ein Stromstoss notwendig ist.

Unbedingt Unterlassen

Den Bewusstlosen nicht aufsetzen und auch kein Kissen unter den Kopf schieben. Die Herzmassage weder auf dem Bett noch auf einer weichen Matratze ausführen. Dadurch wäre sie unwirksam.

Durch das Einflössen von Flüssigkeit oder die Gabe von Medikamenten könnte der Leidtragende ersticken – daher auf beides verzichten. Da unklar ist, wie aufnahmefähig dieser ist und was er versteht sind Kritik, Sprüche und Bemerkungen fehl am Platz. Sie könnten zusätzliche Angst erzeugen.

Unterschied zu früher

«In den amerikanischen Fachzeitschriften für Kardiologie und Intensivmedizin wird die Kühlung des Körpers empfohlen,» sagt Erzsébet Philipps. Auf die Leisten des Betroffenen Kälteakkus oder Tüten aus der Tiefkühltruhe stellen. Vorgängig in ein Frotteetuch oder ein Stück Stoff wickeln.

Sonst besteht Verbrennungsgefahr. Die Kühlung erhöht die Überlebenschance. Heutzutage wird zudem seltener beatmet als noch vor ein paar Jahren.