Die Belastungen, die der Fuss täglich auszuhalten hat, sind enorm: beim Stehen das einfache Körpergewicht, beim Laufen bis zum dreifachen Körpergewicht, beim Springen ein Vielfaches davon.

Wenn man sich nun die kleinen Oberflächen der Fussknochen vergegenwärtigt, kann man sich die ungeheuren Kräfte vorstellen, die pro Flächeneinheit auf die Fussgelenke einwirken. 

Fusschirurgie

Um die medizinischen Aspekte des Fusses und Sprunggelenkes richtig zu verstehen und in die Praxis umzusetzen, ist dreidimensionales Verständnis und Wissen von verschiedenen Disziplinen wie Epidemiologie, Anatomie, Physiologie, Biomechanik genauso notwendig wie das Erlernen der komplexen Untersuchungs- und Operationstechniken.

Mit der vermehrten Subspezialisierung verwandelte sich die Fusschirurgie in eine eigentliche Spezialdisziplin (wie zum Beispiel die Handchirurgie).

Die Möglichkeiten, die Komplexität, aber auch die Sicherheit der chirurgischen Eingriffe haben mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht. Eine ganzheitliche Beurteilung des Bewegungsapparates, schonende Operationstechnik und der Einsatz modernster Materialien bilden dazu die Grundlage.

Nach OP schon ohne Stöcke

Nach den meisten Fussoperationen kann die Vollbelastung ab dem ersten Tag auch ohne Stöcke in Angriff genommen werden. Dies ermöglicht eine schnelle Aktivierung der Waden- und Fussmuskeln.

Allerdings braucht es hierfür einen Entlastungsschuh oder einen Entlastungsstiefel, mit dem der Fuss gut geschützt ist und eine optimale Nachbehandlung gewährleistet ist. Meist können nach vier Wochen schon normale, flache Schuhe getragen werden.

Muss der Fuss jedoch maximal stabilisiert werden, kommt ein „Gips“ zur Anwendung, ein moderner Kunststoffgips aus Glasfasern und Kunstharz mit geringem Gewicht, hohem Tragekomfort und individuellen Anpassungsmöglichkeiten.

Das fusschirurgische Repertoire

Neben der Wiederherstellung von Funktion und Form soll auch Wert auf ein ansprechendes ästhetisches Resultat gelegt werden. Mit einer minimalen Schnittführung, einer gewebeschonenden und blutungsfreien Operationstechnik, einer sorgfältigen Nahttechnik und postoperativen narbenreduzierenden Massnahmen können sehr schöne Resultate erzielt werden.

Rekonstruktive Massnahmen am Fuss sind äusserst vielfältig. Sie umfassen neben Eingriffen am Knochen auch anspruchsvolle Weichteileingriffe am Kapsel-Band-Apparat, an den Sehnen oder an den Nerven. Mittlerweile gehören über 30 Standardeingriffe zum Repertoire des spezialisierten Fusschirurgen: Diese betreffen den Vor-, Mittel- und Rückfuss.

Darunter fallen zum Beispiel auch die Revisionschirurgie, Rheumachirurgie, Korrekturen von komplexen Fussfehlstellungen, wie zum Beispiel dem Knick-Senkfuss, dem Hohlfuss oder dem Spreizfuss.