Die Füsse tragen uns durchs Leben. Erst, wenn sie uns ihren Dienst verweigern oder von Schmerzen geplagt werden, stellen wir fest, wie wichtig sie für uns sind. Viele Redewendungen zeigen die Bedeutung der Füsse auf: Auf eigenen Füssen stehen, sicher auftreten, standhaft sein, einen grossen Schritt vorwärts tun.

Der Fuss braucht Bewegung zur Erhaltung seiner Funktionstüchtigkeit. Probleme am Fuss haben Auswirkungen auf den ganzen Bewegungsapparat und umgekehrt.

Rekonstruktive Massnahmen am Fuss sind äusserst vielfältig. Sie umfassen neben Eingriffen am Knochen auch anspruchsvolle Weichteileingriffe am Kapsel-Band-Apparat, an den Sehnen oder an den Nerven.

Häufig bei Frauen über 50

Die häufigste und (vorallem bei Damen) bekannteste Vorfussdeformität ist der Hallux valgus, umgangssprachlich schlicht «Hallux» genannt. Die Grosszehe weicht zu den übrigen Zehen hin ab, während das Grundgelenk nach aus­sen gedrückt wird.

Es bildet sich ein schmerzhafter Ballen. Eine leichte Ballenbildung kann manchmal massive Schmerzen verursachen, während eindrückliche Deformitäten völlig schmerzfrei sein können. Auch die Kleinzehen bleiben nicht verschont: sie werden zur Seite gedrückt.

Der Hallux valgus kommt in jedem Alter vor, vorwiegend jedoch bei Frauen nach dem 50. Lebensjahr. Familiäre Veranlagung, hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Menopause) und massive Überbeanspruchung (Ballett) spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Hallux valgus. Mit engen, hochhackigen Schuhen wird seine Entstehung lediglich beschleunigt.

Viele Patientinnen leiden aber unter einem schmerzhaften Hallux, ohne je einen «ungesunden» Schuh getragen zu haben. Highheels dürfen also für entsprechende Gelegenheiten ohne schlechtes Gewissen getragen werden.

Minimaler Schnitt, blutungsfreie OP


Ein beginnender Hallux valgus ist einer konservativen Therapie (etwa Physiotherapie, Muskelkräftigung) zugänglich. Auch Polsterungen, Einlagen, Spezialschuhe etc. können nützlich sein. Wenn all dies nicht mehr hilft, wird der Gang zum Fusschirurgen unumgänglich.

Das Ziel der Hallux-Operation ist die vollständige Schmerzbefreiung durch Formkorrektur des Vorfusses. Neben der Wiederherstellung von Funktion und Form soll auch Wert auf ein ansprechendes ästhetisches Resultat gelegt werden.

Mit einer minimalen Schnittführung und einer gewebeschonenden, blutungsfreien Operationstechnik können sehr schöne Resultate erzielt werden. Nach der Operation muss sich das Gewebe zuerst erholen und verheilen. Während dieser Zeit wird ein Spezialschuh angepasst, der das Gehen ohne Stöcke und mit voller Belastung erlaubt.

Erst wenn der Fuss in seiner neuen Form «gehen» gelernt hat, können sportliche Aktivitäten wieder in Angriff genommen und alle Schuharten getragen werden. Generell darf bei der Halluxoperation von einem risikoarmen und wenig belastenden Eingriff gesprochen werden.