Wie ist der Stand der Behandlung mit Medikamenten?

Die Medizin hat rasante Fortschritte gemacht: Seit etwa 15 Jahren ist es Realität, dass bei einer chronischen myeloischen Leukämie mithilfe von gezielten Medikamenten, also keine Chemotherapie, die Krankheit über viele Jahre hinweg kontrolliert werden kann. Früher war die Lebenserwartung bei etwa fünf Jahren, heute ist eine durchschnittliche Lebenserwartung für die meisten Betroffenen normal.

Neuerdings gibt es auch für die chronische lymphatische Leukämie neue Medikamente. Man hat verstanden, dass die Zellen abhängig von Wachstumsregulatoren sind und die gezielt gehemmt werden können.

Gezielte Medikamente haben den Vorteil, dass sie nicht wie die Chemotherapie auf alle Zellen im Körper wirken, sondern hauptsächlich auf die Leukämiezellen.

Was ist die Krebserkrankung Leukämie genau?

Die Krebserkrankung Leukämie bedeutet eine bösartige Erkrankung der Blutbildung im Knochenmark, man spricht daher bei Leukämie von «Blutkrebs». Bei allen Arten von Leukämien liegt eine Störung der blutbildenden Stammzelle vor. Eine Stammzelle ist die «Mutterzelle» aller Blutzellen.

Leukämien sind selten: Es treten etwa 15 Fälle pro 100'000 Personen jedes Jahr auf.

Welche Arten von Leukämie gibt es?

Leukämie wird grundsätzlich in vier Grundtypen eingeteilt: Man spricht entweder von einer akuten oder chronischen myeloischen Leukämie oder von einer akuten oder chronischen lymphatischen Leukämie. Die Bezeichnung «akut» und «chronisch» bezieht sich dabei auf die Verlaufsform. Die akuten Leukämien beginnen schlagartig und schreiten ohne Behandlung rapide voran.

Sie führen unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zum Tode. Chronische Formen beginnen hingegen eher schleichend und schreiten auch langsamer voran. Die chronischen Leukämieerkrankungen werden lange Zeit gar nicht entdeckt, weil die Symptome so unspezifisch sind.

Die Behandlung und Heilungschancen der Grundtypen und Untertypen kann jeweils sehr unterschiedlich sein und kommt auf viele Faktoren an.

Was ist die chronische myeloische Leukämie?

Von allen Leukämien ist die chronische myeloische Leukämie (CML) mit einem Anteil von 15 bis 20 Prozent die zweithäufigste Leukämieform, nach der akuten myeloischen Leukämie. In jüngeren Jahren ist die Erkrankung selten, die meisten Fälle treten im mittleren Alter auf, ungefähr bei 55 Jahren.

Die chronische myeloische Leukämie wir oft per Zufall bei einer Blutuntersuchung entdeckt. Zusätzliche differenzierte Blutuntersuchungen und molekulargenetische Tests sind nötig, um die Diagnose zu bestätigen.

Die CML kann jedoch nicht geheilt, sondern mit Medikamenten kontrolliert werden, sodass sich die Lebenserwartung der betroffenen Menschen normalisiert hat.