Unter Endoprothetik wird der Ersatz eines durch Krankheit beziehungsweise durch einen Unfall zerstörten oder durch natürlichen Verschleiss abgenutzten Gelenks oder Gelenkteils durch Fremdmaterial bezeichnet.

Der Gelenkersatz bleibt auf Dauer im Körper und ersetzt teilweise oder ganz das geschädigte Gelenk. Der häufigste Grund für das Einsetzen eines Gelenkersatzes ist die Arthrose, ein entweder frühzeitig über das normale Mass hinausgehender oder altersbedingter Gelenkverschleiss.

Die Arthrose kann Folge einer übermässigen Belastung des Gelenks, zum Beispiel aufgrund eines erhöhten Körpergewichts oder Leistungssports, von angeborenen oder traumatisch bedingten Fehlstellungen der Extremitäten oder sekundär nach anderen Erkrankungen, etwa einer Arthritis, sein.

Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung ist der Gelenkersatz aus den Operationssälen nicht mehr wegzudenken.

Arthrose und andere Gründe

Der medizinische Fortschritt ermöglicht es heute, dass nahezu jedes Gelenk im menschlichen Körper ausgetauscht werden kann. Durch die zunehmend älter werdende Bevölkerung und die dadurch bedingte zunehmende Rate an Arthrose ist der Bedarf an Gelenkersatz enorm gestiegen.

Aber auch jüngere Patienten benötigen häufiger einen Gelenkersatz. Aufgrund der Verbesserungen in der Materialentwicklung, der optimierten Operationsverfahren und der besseren Haltbarkeit werden heute sehr gute Langzeitergebnisse beim Gelenkersatz erzielt.

Zwar ist die Arthrose der wichtigste Grund, aber nicht der einzige, warum ein Gelenkersatz notwendig werden kann. Ein Gelenkersatz wird dann in Betracht gezogen, wenn die Arthrose über eine medikamentöse Behandlung oder andere Behandlungsmethoden nicht therapierbar ist.

Nach Frakturen

Auch durch Fehlstellungen von Extremitäten kommt es zu Arthrose-ähnlichen Abnutzungserscheinungen in den Gelenken. So kann beispielsweise die Hüft-Dysplasie, eine angeborene oder erworbene Fehlstellung oder eine Störung der Verknöcherung des Hüftgelenks, ein Grund für einen Gelenkersatz der Hüfte sein.

Nach Frakturen im Bereich des Gelenks muss gelegentlich ein Gelenkersatz eingesetzt werden. Eine typische Fraktur dieser Art ist die Schenkelhalsfraktur. Dabei kommt es häufig zu einem hüftgelenksnahen Knochenbruch des Halses vom Oberschenkelknochen, meist als Folge eines Sturzes auf die Seite.

Treten bei Krebs Knochentumoren und Metastasen im Bereich des gelenknahen Knochens auf, kann der Knochen so weit geschädigt sein, dass ein Gelenkersatz eingesetzt werden muss.

Bei der Arthritis schliesslich handelt es sich um eine Gelenkentzündung, auf Basis derer sich eine Arthrose entwickeln kann. Tritt diese entzündliche Erkrankung in vielen Gelenken auf, spricht man von einer Polyarthritis.

Bei der chronischen Polyarthritis sind vor allem die Finger- und Zehengelenke, aber auch Handgelenk, Kniegelenk, Schulter, Fussgelenk und Hüftgelenke betroffen. Bei schweren Formen, die nicht auf eine medikamentöse Behandlung ansprechen, kann ein Gelenkersatz erforderlich werden.

Körperbeständig und körperverträglich

Ein künstliches Gelenk muss zahlreiche Bedingungen erfüllen. So muss es beispielsweise körperbeständig, körperverträglich sowie stabil und möglichst leicht sein.

Um einen möglichst langlebigen und komplikationsfreien Gelenkersatz zu erhalten, wird ständig an neuen Materialzusammensetzungen, unterschiedlichen Herstellungsarten, Implantationsverfahren und speziellen Oberflächenbehandlungen geforscht.

Entscheidend für den Erfolg der Operation und die Langlebigkeit des künstlichen Gelenks sind Nachbehandlung und das Verhalten des Patienten.

In der Physiotherapie wird der Patient angeleitet, das Gelenk wieder zu benutzen, um die alltäglichen Verrichtungen wieder selbstständig erledigen zu können. Um rechtzeitig Komplikationen zu erkennen, sollte der Patient in den Jahren nach der Operation regelmässig zu den Nachuntersuchungen gehen.