Was versteht man unter interdisziplinärer Wirbelsäulenchirurgie?

Darunter versteht man die fachliche Integration aller medizinisch-chirurgischen Fachgebiete unter einem Dach, die sich im Speziellen mit der Wirbelsäule beschäftigen. Dies sind vor allem die Fachgebiete der Neurochirurgie, der Orthopädie und Traumatologie. Über das rein operative Fachgebiet hinaus erstreckt sich die Interdisziplinarität auch auf die enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der Physiotherapie, Ergotherapie, Schmerztherapie, Rheumatologie, Neurologie, Chiropraktik, Psychologie und Psychiatrie, Medizin und Onkologie, Pathologie sowie Radioonkologie.

Welche Fortschritte haben sich in den letzten Jahren auf dem Gebiet getan?

Die Wirbelsäulenchirurgie ist eines der sich sicherlich am rasantesten entwickelnden Fachgebiete der Chirurgie. Dies betrifft nicht nur die technischen Errungenschaften, sondern vor allem auch die vielfältigen diagnostischen Möglichkeiten und biomechanisch erweiterten Kenntnisse unserer Zeit. Mit der Kernspintomografie lassen sich detailgetreu nun auch die Weichteilstrukturen hochauflösend darstellen, darunter vor allem auch gedrückte Nerven- oder Spinalkanalabschnitte und krankhafte Prozesse. Der zunehmende Einsatz einer intraoperativen Navigation und modernen Schichtbildgebung erlaubt uns, noch präziser und weniger Röntgenstrahlen-belastet zu arbeiten und zum Beispiel auch anatomisch und zugangsbedingt schwierige Wirbelsäulenabschnitte sicher und komplikationsarm zu versorgen.

Welches sind die häufigsten Operationen, die Sie durchführen?

Generell spiegeln die häufigsten Operationen auch die häufigsten Krankheitsbilder wieder, die zur Operation führen können. Dies sind vor allem degenerative Erkrankungen von Lendenwirbelsäule und Halswirbelsäule wie auch Traumen vor allem des thorakolumbalen Wirbelsäulenübergangs. Die häufigsten Operationen sind auch solche, die den besten Erfolg und Benefit für den Patienten darstellen.  Mit zunehmender Spezialisierung rücken minimalinvasive Techniken und komplexere Wirbelsäuleneingriffe in den Mittelpunkt.