Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vergehen oft einige Minuten. Wertvolle Zeit, die Sie als Nothelfer mit Herzdruckmassage und Einsatz eines Defibrillators nutzen können.

Denn wird etwa nach einem Herzstillstand nicht sofort Erste Hilfe geleistet, sinken die Überlebenschancen rapide (mit jeder Minute um ca. 10 Prozent).

So erkennt man einen Herzinfarkt

Patienten mit Herzinfarkt klagen oftmals über einen plötzlich auftretenden, heftigen Schmerz im Brustbereich. Dieser kann in den linken Arm, die Schulter oder den Hals ausstrahlen, aber auch in den Unterkiefer, Rücken oder Oberbauch ziehen. Betroffene leiden oft unter Atemnot, haben schweissnasse Haut und eine blasse bis graue Gesichtsfarbe.

Die Hände und Füsse können feucht und kalt sein. Einige Patienten leiden an Übelkeit, sie erbrechen, zeigen Anzeichen von Schwäche und haben grosse Angst.

Die Ursache eines Herzinfarktes ist der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie. Ein solcher Verschluss entsteht durch Ablagerungen in den betroffenen Gefässen, sogenannte Arteriosklerose, oder durch ein Blutgerinnsel, das sich festsetzt.

Ein Teil des Herzmuskels kann nicht mehr mit lebenswichtigem Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden – und stirbt ab, wenn keine Hilfe naht. In der Folge eines Herzinfarktes kann es in vielen Fällen zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.

Richtig reagieren

Damit es nicht soweit kommt, muss frühzeitig gehandelt werden. Als erstes muss man sofort den Rettungsdienst (Notrufnummer 144) alarmieren. Zudem gilt es zu prüfen, ob der Patient bei Bewusstsein ist und ob er atmet. Deshalb sollte man die Person laut und deutlich ansprechen.

Zeigt die betroffene Person auf Ansprache keine Reaktion und atmet zusätzlich nicht mehr, ist sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Eine effiziente Herzdruckmassage wird in der Mitte des Brustkorbes mindestens fünf Zentimeter tief und mit einer Frequenz von 100 Stössen pro Minute geleistet.

Herzstillstand  – schnelles und richtiges Handeln ist entscheidend

Beim Herzstillstand schlägt das Herz nicht mehr und kann somit kein sauerstoffreiches Blut zu den Organen pumpen. Auch wichtige Energieträger wie zum Beispiel Zucker gelangen nicht mehr zu ihrem Ziel. Besonders problematisch wird das für das Gehirn, da es auf eine gleichbleibende Versorgung mit Sauerstoff und Energie angewiesen ist.

Nach nur wenigen Minuten des Sauerstoffmangels sterben erste Hirnzellen ab – Herzdruckmassage ist daher beim Herzstillstand äusserst wichtig.  

Der Einsatz eines Defibrillators kann Leben retten

Auch wenn einem Herzstillstand in den meisten Fällen eine langjährig bestehende Herzerkrankung als Ursache zugrunde liegt, kann er aus heiterem Himmel auftreten. Tritt ein Herzstillstand auf, sinkt der Betroffene in sich zusammen und reagiert nicht auf Ansprache und Schmerzreize.

Da das Herz kein oder nur noch sehr geringe Mengen Blut in die Gefässe transportiert, sind die lebenswichtigen Organe nicht mehr versorgt. Innerhalb kurzer Zeit stoppt auch die Atmung.

Wer einen Menschen mit Herzstillstand auffindet, muss sofort mit Wiederbelebungsmassnahmen beginnen, denn sie sind die einzige Chance, das Gehirn und weitere Organe vor einem Sauerstoffmangel zu bewahren. Zudem kann ein Defibrillator, ein Elektroschockgerät für das Herz, lebensrettend sein. Diese Geräte sind in der Schweiz inzwischen an zahlreichen Standorten angebracht und können von Laien sicher bedient werden.

Ein mal eins der Nothilfe lernen und auffrischen

Die meisten von uns haben irgendwann einmal einen Nothelferkurs gemacht. Es lohnt sich die Nothilfekenntnisse und Handlungskompetenz regelmässig (min. alle 2 Jahre) aufzufrischen, um in Notsituationen richtig reagieren zu können – und Leben zu retten.