50 bis 70 Prozent aller Frauen und Männer in den Industriestaaten haben Besenreiser oder netzartige Krampfadern (retikuläre Varizen), die häufig ein kosmetisches Problem darstellen. Diesen Veränderungen kann auch ein tieferliegendes Venenleiden zugrunde liegen.

In der Schweiz sind rund 500'000 Personen davon betroffen. «Die Ursachen sind genetische Veranlagung, Übergewicht, mangelnde Bewegung und tiefe Beinvenenthrombosen», erläutert Silviana Spring, Fachärztin Gefässmedizin.

Komplikationen durch Krampfadern manifestieren sich in Krampfaderblutungen, Venenentzündungen, Thrombosen mit Gefahr von Lungenembolien und dem «offenen Bein».

Deshalb sollten Krampfadern rechtzeitig beim Spezialisten abgeklärt, behandelt und keinesfalls vernachlässigt werden.

Klassische Chirurgie

Bei geringen Beschwerden werden zunächst das Tragen von Kompressionsstrümpfen sowie Allgemeinmassnahmen wie Beine hochlegen und Kaltwasseranwendungen empfohlen. «Bei ausgeprägten Krampfadern sowie Hautveränderungen ist der Standard immer noch die klassische Chirurgie mittels Crossektomie und Stripping der Stammvenen», erklärt Silviana Spring.

In ausgewählten Fällen kommt eine endovenöse Lasertherapie oder Radiofrequenztherapie in Frage. Postoperativ müssen sechs Wochen lang Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Innovative Lasertherapie bei Besenreisern

Bei Besenreisern und retikulären Varizen stehen zwei Techniken zur Verfügung: Die Verödung mittels Sklerotherapie und die transkutane Lasertherapie. Mit der neuesten Dioden-Lasertechnologie mit Simultankühlung gibt es eine schonende, komfortable und sichere Behandlungsmöglichkeit.

Es werden gute Resultate erzielt mit deutlich weniger Nebenwirkungen als bei anderen Behandlungsmethoden; vor allem kommt es viel weniger zu den gefürchteten Hautverfärbungen. Eine Kompressionstherapie ist nicht notwendig.

Da in den meisten Fällen eine genetische Veranlagung besteht, können sich Krampfadern trotz Operation oder Lasertherapie neu bilden. «Zur Vorbeugung ist es wichtig, Übergewicht zu vermeiden, in Bewegung zu bleiben und auf heis­se Sauna- und Sonnenbäder zu verzichten», betont Silviana Spring.