Auch das beste medizinische Versorgungssystem funktioniert ohne Blutreserven bei Verletzungen oder Krankheiten nicht. Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens in die schwere Lage geraten, auf eine Bluttransfusion angewiesen zu sein – egal wie alt er oder sie ist. Ob durch einen Verkehrsunfall oder eine schwere Erkrankung, teilweise benötigt ein Betroffener eines schweren Verkehrsunfalls mehr als 50 Blutkonserven, um zu überleben.

Durch den stetigen Ausbau und die Verbesserung unseres Gesundheitssystems, die auch eine längere Lebenserwartung mit sich bringen, sind in den letzten Jahrzehnten die Qualität und Effizienz der Unfallversorgung sowie die Heilungschancen schwerer Erkrankungen deutlich gestiegen. Nicht zuletzt daher ist der Bedarf an Spenderblut stetig vorhanden; denn auch ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung ist mindestens einmal in seinem Leben auf das Blut eines Spenders  angewiesen.

In der Schweiz gibt es jährlich rund 37 500 Krebs-Neuerkrankungen. Diese Zahl ist sehr hoch und rein statistisch werden die meisten Blutkonserven benötigt, um Krebspatienten zu behandeln.  Doch auch Patienten mit Herz-, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfällen können auf eine Blutspende angewiesen sein. Ein Grossteil medizinischer Eingriffe ist nur möglich, wenn menschliches Blut in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Man unterscheidet verschiedene Formen der Blutspende. Bei der Vollblutspende wird dem menschlichen Körper rund ein halber Liter Blut entnommen, ohne das Blut in seine einzelnen Bestandteile zu zerlegen. Weiterhin gibt es die Apheresespende, unter die auch die Blutplasma- und die Thrombozytenspende fallen. Bei diesen Arten der Spende werden nur bestimmte Bestandteile des menschlichen Blutes entnommen.

Im Gegensatz zu Vollblutspenden, die häufig an Blutspendetagen in öffentlichen Räumen (in Schulen, Universitäten etc.) stattfinden, werden Blutplasmaspenden und Thrombozytenspenden ausschliesslich in den Instituten der Blutspendedienste durchgeführt.

Zu der erfolgreichen Behandlung der überwiegenden Anzahl an Patienten werden meistens nur präzise Bestandteile  des Blutes gebraucht. Aus diesem Grunde teilt man die Blutspende in rote Blutkörperchen, Plasma und unter Umständen Blutplättchen. Somit ist es der Medizin heutzutage möglich, dass eine einzelne Blutspende zur Rettung von drei Menschenleben beitragen kann.

Blut ist eine einzigartige Ressource, denn bis heute ist es noch nicht gelungen, Blut durch etwas Vergleichbares, wie zum Beispiel eine Flüssigkeit, ein Gewebe, künstliches Blut oder Ähnliches, zu ersetzen. Besonders in der nun bald anstehenden Urlaubszeit, beispielsweise in den Frühjahrs- und Sommerferien, geht die Zahl der Spender deutlich zurück. Trotz der dann vorhandenen Sicherheitsreserven kann es aus diesem Grunde zu alarmierenden Komplikationen und Notlagen in der Blutversorgung kommen. Daher ist es besonders zu dieser Zeit wichtig, Blut zu spenden.