Genetische Faktoren und langjährige intensive Sonnenbestrahlung sind die Hauptursachen für ein Basaliom. 80 Prozent der Karzinome entstehen im Bereich von Kopf und Hals, zum Beispiel an der Nase oder im Nacken, also an Körperstellen, die dem Sonnenlicht verhältnismässig stark ausgesetzt sind. Während Jahren stützte sich die Basaliom-Therapie auf die Entfernung des Basalzellkarzinoms mittels Operation oder Bestrahlung. «Im Frühstadium lässt sich weisser Hautkrebs gut behandeln», betont der Facharzt Robert Hunger. Da ein Basaliom meist langsam wächst, kaum Metastasen bildet und chirurgisch leicht zu entfernen ist, kann diese Form des weissen Hautkrebses wirksam behandelt werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Haut gefährdeter Personen vom Spezialisten regelmässig untersucht wird. Nur in seltenen Fällen nimmt die Erkrankung einen rascher fortschreitenden und möglicherweise metastasierenden Verlauf. Hier gab es bis vor wenigen Jahren keine etablierte medikamentöse Therapie.

Spezifischer Wirkstoff

Neu ist bei erwachsenen Patienten mit symptomatischem metastasierendem Basalzellkarzinom oder lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, bei dem eine chirurgische Behandlung oder Strahlentherapie nicht möglich ist, ein Medikament zugelassen. Es wird einmal täglich als Kapsel eingenommen und blockiert in Krebszellen den sogenannten Hedgehog-Signalweg. Molekularbiologische und genetische Forschungen hatten schon vor Jahren gezeigt, dass beim Basaliom der Hedgehog-Signalweg eine wichtige Rolle spielt. Dies bildete die Grundlage für die Entwicklung des neuen Medikaments und ermöglicht eine medikamentöse Therapie bei den betroffenen Patientinnen und Patienten. «Die Forschung entwickelte hierzu einen Wirkstoff, der gezielt beim Hedgehog-Signalweg ansetzt», erklärt Hunger.

Gute Akzeptanz

Die Zulassung des Medikaments stützt sich auf die Resultate einer Studie an Patienten mit fortgeschrittenem Basalzellkarzinom. «Diese hat ergeben, dass das Arzneimittel bei lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom und bei metastasierendem Basalzellkarzinom die Tumore schrumpfen liess», sagt Hunger. Mit andern Worten: Fast alle Patienten konnten von der Therapie profitieren. Zumeist sprachen die Patienten gut sieben Monate lang auf die Therapie an. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Muskelkrämpfe, Haarausfall, veränderte Geschmacksempfindung, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust.