Schönheitsoperationen boomen. Und wo die Nachfrage zunimmt, drängen auch immer mehr unseriöse Anbieter auf den Markt.

«Tatsächlich ist es ein Problem, dass die Begriffe Schönheitschirurg und ästhetischer Chirurg in der Schweiz nicht geschützt sind und sich jeder Arzt, mit oder ohne Kompetenzen, so nennen darf», sagt Lars-Uwe Lahoda, Facharzt für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie.

Die Zahlen sprechen für sich: In der Schweiz gibt es rund 170 Ärzte mit einem Facharzttitel für plastische Chirurgie. Demgegenüber stehen 600 Anbieter von ästhetischen Operationen, welche sich Schönheitschirurgen nennen, ohne eine entsprechende Ausbildung oder Qualifikation zu haben.

Informieren vor dem Eingriff!

Oft merkt der Patient erst nach einem missglückten Eingriff, dass er von einem unqualifizierten Arzt behandelt wurde. Deshalb gilt: Informieren vor dem Eingriff! Doch was zeichnet einen guten plastischen Chirurgen aus?

«Hat der Arzt einen Facharzttitel FMH für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie und ist zum Beispiel Mitglied einer Fachgesellschaft wie der Schweizerischen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (SGPRAC), ist dies ein Garant dafür, dass man sich in guten Händen befindet», betont Lahoda.  

Beim Beratungsgespräch ist wichtig, dass sich der Arzt für den Patienten viel Zeit nimmt und auf seine Bedürfnisse eingeht.

«Dazu gehört auch, dass man dem Patienten ein realistisches Resultat aufzeigt und nicht Erwartungen schürt, die unter Umständen nicht erfüllt werden können.» Vorsicht ist geboten,  wenn dem Patienten nicht genügend Bedenkzeit vor einem Eingriff gelassen wird und wenn mit Preisen, die deutlich unter der Norm liegen, geworben wird.

«Fünf Säulen» der plastischen Chirurgie

Die «Schönheitschirurgie» macht in der ästhetischen, rekonstruktiven und plastischen Chirurgie tatsächlich einen Teil aus.

«Wir haben verschiedene Säulen, auf denen unser Fach steht. Dazu gehören die plastische, rekonstruktive Chirurgie, die Handchirurgie, die Verbrennungschirurgie und -Behandlung, die Schönheitschirurgie und zunehmend (als neue fünfte Säule) das Tissue Engineering», erklärt der Fachspezialist.

Tissue Engineering ist der Überbegriff für die künstliche Herstellung biologischer Gewebe, um damit kranke Gewebe bei einem Patienten zu ersetzen oder zu regenerieren.

Dazu Dr. Lars-Uwe Lahoda: «Auf diesem Gebiet wurden in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte erzielt. Denken Sie nur an die Züchtung komplexer Gewebestrukturen wie Ohren oder an die Gesichtstransplantation.»