In der modernen Wirbelsäulenchirurgie ist das Ziel, für jeden Patienten individuell das optimale Operationskonzept anzubieten. Besonders bei Patienten über 50 Jahren liegen oft bereits verschiedene Abnützungsprozesse vor, die es zusammen mit der komplizierten Anatomie der Wirbelsäule oft schwierig machen, die genaue schmerzverursachende Struktur zu bestimmen.

Es gibt wohl in der gesamten Chirurgie kaum ein Gebiet, in welchem es so schwierig ist, gute Operationsresultate zu erreichen, wie bei der Chirurgie am Rücken. Der entscheidende Schritt zum Erfolg ist und bleibt trotz allen modernen Entwicklungen im Bereich der Implantate die exakte Diagnosestellung.

Es ist daher wichtig, dass der Chirurg eine grosse Erfahrung hat und die Fähigkeit, die Bedürfnisse und Beschwerden seines Patienten genau zu erfassen. Wenn dann der Entscheid zur Operation gefällt ist, stehen heute zahlreiche, auch sehr minimale und schonende Operationstechniken zur Verfügung.

Aber aufgepasst, nicht immer sind die kleinsten Eingriffe die Geeignetsten, oft sind sie sogar eher ein Kompromiss mit mehr Risiko für Nervenverletzung und weniger erfolgreichen Operationsresultaten.

Moderne Fixationstechniken

Die meisten Operationen bei Bandscheibenvorfällen und eingeengten Nerven können allein durch mikroskopische Entlastungen, so genannte Dekompression, ohne Implantate durchgeführt werden.

Wenn eine zusätzliche Stabilisierung nötig ist, so ist es nicht immer gleich eine Versteifung des Wirbelsegments nötig, sondern wir haben besonders für ältere Patienten heute moderne, flexible Fixationstechniken. Wenn immer möglich sollte dabei versucht werden, so wenig Wirbel wie möglich operieren zu müssen.

Bei schwere Instabilitäten oder sehr starken degenerativen Veränderungen ist aber oft die starre Fixation zweier Wirbel (Spondylodese) nach wie vor die beste Methode. Dank den heute differenzierten Operationstechniken können wir die verschiedenen Operationsmethoden, nur Entlastung, elastische Stabilisation, starre Fusion kombinieren.

So können wir für jeden der beteiligten Wirbel, je nach Problem und Grad der Abnützung die optimale Operationstechnik in einer Operation kombinieren. Mit zunehmendem Anteil an älteren Leuten in unserer Bevölkerung nehmen auch die Probleme mit der Osteoporose (schlechte Knochenqualität) zu.

Oft führt dies zu Wirbelbrüchen, heute sehr elegante, endoskopische Methoden für deren Reperatur (zementierung) zur Verfügung stehen. Dabei können wir durch eine dünne Kanüle den gebrochenen Wirbel z.B. mit einem aufblasbaren Ballon wieder aufrichten, mit Knochenzement ausspritzen und so den Bruch auch bei schlechter Knochenqualität mit nur minimaler Belastung selbst für betagte Patienten reparieren.

Moderne, schonende Therapieoptionen

Der vollständige Ersatz einer abgenützten Bandscheibe durch eine bewegliche Bandscheibenprothese ist im Bereiche der Halswirbelsäule in gewissen Fällen sicher eine gute Option im Bereich der lumbalen unteren Wirbelsäule konnte sich diese Methode nicht durchsetzen, der neueste Trend ist hier rückläufig.

usammengefasst geht der Trend in der modernen Wirbelsäulenchirurgie weiter Richtung schonendere, gezielte und jeweils individuell auf den entsprechenden Patienten abgestimmte Verfahren.