«Mein Tinnitus fühlt sich an, als würde neben mir ständig eine Kreissäge laufen. Oder ein Töff knattern. Laut. Unangenehm. Ständig, pausenlos. Es ist zum Verzweifeln.» Diese und andere Wahrnehmungen erzählen Tinnitus-Betroffene. Patienten, die sich stationär behandeln lassen, haben einen schweren Tinnitus und oft eine lange Leidenszeit hinter sich.

Tinnitus kann auch von Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) begleitet werden. Die Ursachen sind vielfältig, oft sind zuverlässige, stark leistungsorientierte Menschen betroffen. Da der chronische Tinnitus mit Leidensdruck eine psychosomatische Erkrankung ist, liegt der Behandlungsansatz bei der kognitiven Verhaltenstherapie (Einstellungen, Gedanken, Bewertungen, Überzeugungen).

Der Alltag von Tinnitus-Erkrankten ist oft massiv beeinträchtigt durch Konzentrations- und Schlafstörungen, sozialen Rückzug, Ängste und Depressionen.

Achtsamkeit und Sinne trainieren

Da zu den Ursachen eines Tinnitus oft auch Berufs- und Alltagsstress zählt, empfehlen Fachpersonen den Patienten Entspannungsübungen (nach Jacobsen), Achtsamkeits- und Bewusstseinsübungen. Wenn nötig werden die Therapien mit Medikamenten und komplementärmedizinischen Mitteln gekoppelt.

«Oft können wir Tinnitus nicht zum Verschwinden bringen. Aber wir lindern das Leiden der Patienten, machen unsere Patienten zu Experten für ihre eigene Erkrankung und geben ihnen so Instrumente mit, durch die sie mit dem Tinnitus in ihrem Alltag umgehen können», versichert Dr. med. Rahul Gupta.