Brillen und Kontaktlinsen sind gefragte Produkte. Bei Kontaktlinsen müsse man zwischen der fachgerechten Anpassung und dem Verkauf unterscheiden, betont Armin Duddek, Augenoptikermeister und diplomierter Augenoptiker: «Nur diplomierte Augenoptiker beziehungsweise Optometristen und Augenärzte dürfen Kontaktlinsen anpassen, weil nur eine Fachperson entscheiden kann, ob das Tragen von Kontaktlinsen möglich ist und welche Art Kontaktlinse am besten geeignet ist.».

Der Verkauf von Linsen ist indes wie bei Brillen nicht reglementiert. Grundsätzlich lohne sich der Gang zum Augenoptiker immer dann, wenn man eine neue, modische Brille oder Kontaktlinsen möchte, beziehungsweise Abweichungen von der Sehleistung feststellt, so Duddek.

Das komplette visuelle System

Gesunde Augen kann der diplomierte Augenoptiker untersuchen. Die Fachhochschulausbildung zum Optometristen mit Bachelor-Abschluss beinhaltet heute in der Schweiz weitreichende Kenntnisse zur Augengesundheit. Der Optometrist prüft bei einer Augenuntersuchung das komplette visuelle System auf dessen Funktion. Bei Abweichungen oder Auffälligkeiten wird der Kunde an den Facharzt verwiesen, der dann eine geeignete Therapie einleitet.

Wenn die Augen Krankheitssymptome zeigen, kann ebenfalls der diplomierte Augenoptiker die erste Ansprechperson sein. Stellt er Auffälligkeiten fest, wird er den Kunden in der Regel an den Augenarzt oder einen anderen Facharzt verweisen. Die nötigen Therapiemassnahmen werden dann durch den Arzt festgelegt.

Jederzeit Wechsel möglich

Die umweltschonende und nachhaltige Produktion von Brillengläsern der Schweizer Lieferanten sei zwar sehr aufwendig, so Duddek. «Gleichzeitig leistet die Branche mit neuen Verfahren einen wichtigen Beitrag, um Ressourcen zu sparen.» Mit neuen Techniken werden heute Brillengläser hergestellt, die nach den individuellen Bedürfnissen und Messwerten des Kunden ausgesucht wurden.

Auch multifokale Kontaktlinsen zur Korrektion der Presbyopie (Alterssichtigkeit) werden immer interessanter, da es diese Linsen bereits auch als Tageskontaktlinsen für sporadisches Tragen gibt. Das ermöglicht jederzeit den Wechsel von Brille und Kontaktlinsen. Bei den Kontaktlinsen habe sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Progression der Myopie (Kurzsichtigkeit) erfolgreich verlangsamt werden kann, betont Duddek.

Hochwertige Fassungen

Neue Technologien in der Branche sind Brillenglasbeschichtungen, die schädliches blau-violettes Licht und UV-Strahlen besser filtern, um entspanntes Sehen an modernen LED-Monitoren zu ermöglichen. Zudem gibt es modernste Messgeräte zur Bestimmung der Sehfunktionen und des gesunden visuellen Systems. Für hochwertige Brillenfassungen werden immer mehr Naturmaterialien wie Holz und Horn verwendet.

Das sogenannte Sehen 3.0 werde immer wichtiger für die Augenoptik, sagt Duddek. «Darunter verstehen wir alle elektronischen Sehsysteme, die digitales, virtuelles Sehen mit erweiterten Inhalten vereinen. Augmented Reality und Virtual Reality werden unser Leben damit verändern.» Die Anfänge seien gemacht. Es bleibe abzuwarten, bis die ersten praxistauglichen Systeme auf den Markt kommen.

Um das Auge gesund zu erhalten, empfiehlt Duddek UV-Filtergläser. Zudem sei eine ausgewogene Ernährung wichtig. Omega-3- und -6-Fettsäuren sowie Lebensmittel mit einer hohen antioxidativen Wirkung haben sich als besonders wirksam zur Erhaltung der Sehfunktionen erwiesen.