Welche neuen Therapiemöglichkeiten gibt es heute bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Neben den bereits bestehenden Therapieoptionen gibt es neue Biologika, die per Infusion verabreicht werden können. Mit der Entwicklung dieser neuen Medikamente wird sich das therapeutische Spektrum für die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen erweitern. Damit ist eine bessere und langfristige Kontrolle des Entzündungsprozesses möglich.

 

Welche Medikamente stehen zur Entzündungshemmung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen heute zur Verfügung?

Neben den bereits erwähnten Biologika sind es in erster Linie Kortison-Präparate und Immunsuppressiva. Dabei handelt es sich um Medikamente, welche die normale Funktion des Immunsystems unterdrücken, mit andern Worten eine Immunsuppression bewirken. Immunsuppressiva sollten zum Einsatz kommen, wenn Patienten häufiger als zweimal pro Jahr einen akuten Schub erleiden, auf Steroide nicht adäquat ansprechen oder wenn die Erkrankung chronisch aktiv ist. Die Indikation sollte nicht zu spät gestellt werden. Eine Remissionserhaltung mit Immunsuppressiva ist dann in den meisten Fällen sinnvoll.

 

Inwiefern haben sich Immunsuppressiva bewährt?

Die Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist nach wie vor schwierig und komplex. In den letzten Jahren haben sich neue Immunsuppressiva und neue Biologika bewährt. Als Argument für eine frühe Immunsuppression wird angeführt, dass eine lang dauernde Steroidtherapie immer von Nebenwirkungen begleitet ist und zu Osteoporose führen kann. Aber auch eine Immunsuppression hat nicht nur positive Effekte. Es gibt eine Reihe von Risiken, die im Auge behalten werden müssen. Deshalb sollte der sehr frühe Einsatz von Immunsuppressiva bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aufgrund der vorliegenden Daten gut überdacht werden. In vielen Fällen überwiegt jedoch der Nutzen die Risiken. Hier bedeutet ein verspäteter Einsatz ein Risiko für Komplikationen der Grundkrankheit.

 

Welche Begleitmedikation kann angewendet werden, um akute Symptome zu lindern und Infektionen zu vermeiden?

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden häufig an einem Eisenmangel, der behandelt werden muss. Vielfach tritt auch ein Vitaminmangel auf. Dabei handelt es sich in erster Linie um das Vitamin B12 und Vitamin D. Zusätzlich müssen manchmal auch Spurenelemente wie Zink zugeführt werden.