Zwar sind sie selten, aber sie treten ab und zu auf: Schäden an Implantaten. Oft verstreicht wertvolle Zeit, bis den betroffenen Spitälern klar wird, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein systemisches Problem handelt.

Denn obwohl alle künstlichen Gelenke mit einer Seriennummer versehen sind, wurden sie in der Schweiz bis jetzt nicht zentral registriert.

Wichtiges Frühwarnsystem

Seit dem 1. September 2012 müssen nun alle rund 220 Spitäler in der Schweiz sämtliche implantierten Knie- und Hüftgelenke zentral im neuen Implantatregister SIRIS erfassen. Dabei werden die Daten bereits beim Einsetzen im Operationssaal erhoben.

Durch diese Registrierung können allfällige Implantatschäden frühzeitig und zentral erkannt und Patienten mit gleichem Prothesen-Typus ohne Verzug orientiert sowie zu ärztlichen Kontrollen aufgefordert werden. Dadurch wird ein wirkungsvolles Frühwarnsystem geschaffen.

Vertraulicher Umgang mit den Daten

Neben den Angaben zum Implantat und zur Operationsmethode werden auch patientenspezifische Daten erfasst. Damit wird die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Implantates zum Patienten sichergestellt. Dabei werden die Daten jedoch verschlüsselt übermittelt und jederzeit vertraulich und soweit möglich anonymisiert behandelt.

Auswertung der Daten

Mittels der registrierten Daten kann nicht nur das Implantat zum jeweiligen Patienten zurückverfolgt werden, sondern es ist nun auch möglich, die Qualität der einzelnen Produkte über einen längeren Zeitraum zu messen und zu vergleichen.

Damit erlaubt SIRIS Aussagen über das Langzeitverhalten und über die Funktionsdauer von Implantaten. Die verschiedenen Materialien, Techniken und Produkte können miteinander verglichen und – wo nötig – Verbesserungen eingeleitet werden.

Qualitätssicherung durch Datenvergleich

Sollte der seltene Fall eines Produktschadens an einem bestimmten Implantat-Typus auftreten, können die betroffenen Patienten sofort orientiert und zur Kontrolle aufgeboten werden.

Die Auswertungen der Langzeitdaten wiederum geben der Forschung wichtige Erkenntnisse und neue Impulse. Damit kann garantiert werden, dass die Implantate in der Zukunft  immer besser und sicherer werden.

Spitäler und Ärzte wiederum können die Informationen zu ihrer Behandlungskontrolle nutzen. Gesamthaft trägt das Register so zur Qualitätssicherung bei, denn die erfassten Daten lassen mittelfristig Vergleiche zwischen Implantaten, Operationstechniken, Spitälern und Ärzten zu.