Das menschliche Auge ist faszinierend. «Es beansprucht mehr Hirnnerven als jedes andere Organ», weiss Gregor Maranta, Präsident des Berufsverbandes OPTIKSCHWEIZ. Als diplomierter Augenoptiker erkennt und korrigiert er Fehlsichtigkeiten und gibt Ratschläge für die geeignete Sehhilfe.

Jungen Augenoptik-Berufsabgängern bietet sich in Zukunft noch mehr Spielraum bei ihrer Tätigkeit. In Sachen Ausbildung hat sich in letzter Zeit nämlich einiges getan. Der «Bachelor of Science in Optometrie» öffne gut qualifizierten Fachleuten viele Türen.
 

«Der Studiengang an der Fachhochschule Nordwestschweiz wurde vor zehn Jahren geschaffen und weist ein sehr hohes Niveau auf», ist Maranta überzeugt.
 

Über 40 Berufsabgängerinnen und Berufsabgänger würden im Durchschnitt Jahr für Jahr ihre Ausbildungsstätte mit einem Bachelor verlassen. Neben sechs weiteren Berufen gehören Optometristinnen und Optometristen zu den neuen Gesundheitsberufen, deren Ausbildung und Tätigkeit künftig vom neuen Gesundheitsberufegesetz GesBG geregelt wird.

Partner statt Konkurrent

Bedenken, dass die aufstrebende Berufskategorie zur unliebsamen Konkurrenz von Augenärzten wird, hat Maranta nicht. Im Gegenteil: «Optometristen sind keine Augenärzte.

Die neuen Gesundheitsberufe sind klar auf eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit ausgerichtet, was auch ein professionelles Bewusstsein um die Kompetenzen und Grenzen der eigenen Tätigkeit umfasst.»

Die Kompetenzabgrenzung zwischen Augenärzten und Optometristen sei klar: «Nur Augenärzte dürfen das Auge berühren und diagnostische, therapeutische oder medikamentöse Schritte einleiten.» Auch bei einer Entzündung im Auge, Schmerzen oder einem Fremdkörper in diesem Organ sei es angezeigt, einen Augenarzt aufzusuchen.

Vorsorgetest ab 40 Jahren

Maranta empfiehlt allen Menschen eine Vorsorgeuntersuchung des visuellen Systems ab dem 40. Altersjahr. Je nach Befund, genetischer Veranlagung oder Krankheitsvorkommen in der Familie ist eine regelmässige Wiederholung angesagt.

Speziell wichtig seien regelmässige Augenuntersuchungen für Menschen mit hohem Blutdruck oder Diabetes. «Es kam schon mehrmals vor, dass Leute, die nichts von einer Erkrankung wussten, nach einer Augenvorsorge-Untersuchung auf Diabetes hingewiesen wurden.»

Beratung hat ihren Preis

Die weitverbreitete «Geiz ist geil»-Mentalität hat den Gesundheitsbereich erst ansatzweise erreicht. Den Konsumenten sei durchaus bewusst, dass eine gute Beratung nicht gratis sein könne.

Die branchenüblichen Kosten für einen reinen Sehtest schätzt Gregor Maranta geringer als eine umfangreiche optometrische Prüfung. Im Gegensatz zu einer Visite beim Augenarzt steuere die Grundversicherung für optometrische Untersuchungen nichts bei. Hingegen würden einige Krankenkassen mit Zusatzversicherungen eine Teilabdeckung der Kosten offerieren.