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Wie wirkt sich das aus?
Der zunehmende Einsatz des PBM ist in den letzten Jahren bereits auch in der Schweiz wirksam und ist sichtbar am deutlichen Rückgang beim Verbrauch von Erythrozytenkonzentraten und Plasma.

2009 wurden 40 Erythrozytenkonzentrate und 9 Plasma pro 1000 Einwohner verbraucht.
2014 waren es 34,5 Erythrozytenkonzentrate und 4,6 Plasma pro 1000 Einwohner.

Herr Mansouri, die Medizin macht Fortschritte. Nach wie vor werden aber Blutspenden verwendet. Können diese bald ersetzt werden?
Blutspenden retten Leben und sind absolut unverzichtbar. Auch in absehbarer Zukunft wird es keinen künstlichen Ersatz geben. Der Bedarf wird künftig sogar eher zunehmen. Einem wachsenden Bedarf durch immer mehr ältere Patienten werden immer weniger jüngere Personen als mögliche Blutspender gegenüberstehen.

Blut ist in diesem Sinn ein «Medikament». Kann es als solches eine Nebenwirkung haben?
Ja, gelegentlich kann es zu Nebenwirkungen führen. Wie bei jeder anderen Therapie müssen diese aber nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung in Kauf genommen werden.
In diesem Zusammenhang ist immer wieder die Rede von Patient Blood Management.

Was versteht man darunter?
Durch die «drei Säulen» des Patient Blood Management (PBM) soll der gezielte Einsatz von Bluttransfusionen und damit der Therapieerfolg ver-
bessert werden.

Punkt 1

Prüfung und Behandlung einer Blutarmut oder Gerinnungsstörung vor planbaren Eingriffen
Ziel ist, das Risiko des Blutbedarfs zu reduzieren.

Punkt 2

Möglichst rationaler Einsatz von Bluttransfusionen
Kurz gefasst gilt: «Dem richtigen Patienten die richtige Dosis des richtigen Blutpräparates über die richtige Zeit.»

Punk 3

Minimierung des Blutverlustes während und nach der Operation
Beispielsweise durch zurückhaltendere Blutentnahmen, intra- und postoperative Blutrückgewinnung sowie medikamentöse Massnahmen zur beschleunigten Blutstillung.

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