Der Begriff Plattfuss bezeichnet eine Fussfehlstellung, bei der die Längswölbung des Fusses platt und der Vorfuss auseinandergedrückt wird (Spreizfuss). Ein Plattfuss kann zahlreiche Probleme nach sich ziehen wie Hallux valgus, Sprunggelenksverstauchungen, Krallenzehen, Fersensporn oder Achillessehnenschmerzen. «Alle diese Krankheitsbilder lassen sich auf einen Plattfuss zurückführen», erklärt der Facharzt Arno Frigg.

Die meisten Plattfüsse entwickeln sich mit dem Alter und sind insbesondere auf Übergewicht zurückzuführen. Dabei werden grundsätzlich zwei Formen unterschieden: Der angeborene Plattfuss besteht vom Abschluss des Wachstums an und kann unbehandelt die spätere Gehfähigkeit und Berufswahl beeinträchtigen. Beim erworbenen Plattfuss handelt es sich demgegenüber um eine Fehlstellung, die erst im Verlauf des Lebens entsteht. Sie bleibt, je nach Ausprägung, häufig unbehandelt.

Schmerzen am Fuss

Der angeborene Plattfuss tritt teilweise familiär gehäuft auf. Demgegenüber hat der erworbene Platt-/Senk-/Spreizfuss seine Ursachen in einem überlasteten Halteapparat des Fusses. «In der Mehrzahl der Fälle bereitet ein Plattfuss keine Beschwerden, das heisst, dass die Gehfähigkeit in der Regel nicht eingeschränkt ist», betont Frigg.

Kommt es dennoch zu Beschwerden, hängen diese allerdings nicht vom Grad der Fehlstellung ab. Zu den möglichen Anzeichen für einen Plattfuss gehören Schmerzen am Fuss, insbesondere nach langem Gehen oder Sport.

Mehrere Therapieoptionen

Beim Plattfuss erfolgt die Diagnose am sichersten durch einen erfahrenen Arzt meist anhand der äusserlich sichtbaren Fehlbildung. «Eine teure Computeranalyse, wie von vielen Schuh- und Sportgeschäften angeboten, ist in der Regel nicht nötig», betont Frigg. Wenn die Diagnose anhand des Erscheinungsbildes nicht eindeutig zu stellen ist, kann gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme des Fusses weiteren Aufschluss geben.

«Grundsätzlich erfordert ein erworbener Plattfuss keine Therapie, solange keine Beschwerden auftreten», erläutert Frigg. Verursacht ein Plattfuss aber Schmerzen, rät der Facharzt zu einer Behandlung. Dabei geht es darum, das Fussgewölbe besser zu stützen und die Belastung zu verteilen.

Einerseits sind krankengymnastische Übungen zur Verbesserung der Unterschenkel- und Fussmuskulatur hilfreich. Anderseits stehen speziell gefertigte Einlagen für den Plattfuss zur Verfügung. Bringt dies nach ein paar Monaten Therapie nicht den gewünschten Erfolg, kommt auch eine Operation infrage.

Transplantation

Dabei wird der Plattfuss durch Transplantieren von Knochenstücken aufgerichtet und die geschädigte Sehne des hinteren Schienbeinmuskels ersetzt beziehungsweise verstärkt. Dazu wird meist die Sehne, welche die kleinen Zehen beugt, verwendet. Wenn es bei fortgeschrittenen Formen bereits zu einer Abnutzung des unteren Sprunggelenkes oder der Mittelfuss-Gelenke gekommen ist, kann es sinnvoll sein, die Korrektur durch eine Versteifung der betroffenen Gelenke durchzuführen.

Ein Plattfuss zeigt in der Regel einen guten Verlauf mit günstiger Prognose. Einem Plattfuss kann man zwar nicht direkt vorbeugen. Indem man Übergewicht vermeidet, können die Risiken aber gesenkt werden.

Sinnvoll ist auch eine regelmässige sportliche Aktivität, ebenso können Gleichgewichtsübungen auf einem Bein helfen. «Das Tragen von guten Schuhen mit Fussbett statt nur Highheels und hauchdünnen Ledersohlen ist langfristig entscheidend», empfiehlt Frigg.