Akute Hirnverletzungen, wie nach einem Unfall oder einem Schlaganfall, haben je nach betroffener Hirnregion zum Teil drastische Folgen. Ob nun Lähmungen, Sehstörungen, Schwindel, Taubheitsgefühle oder Sprachprobleme auftreten – in diesen Fällen sollte rasch mit Massnahmen begonnen werden.

Dr. Maja Strasser sagt: «Das Gehirn ist plastisch, es kann sich in einem Lernprozess anpassen. Diese ‚Neuroplastizität‘ ist in den ersten drei bis sechs Monaten nach der Hirnverletzung am stärksten.

Studien haben aber gezeigt, dass auch später eine regelmässige Therapie sinnvoll und wirksam ist, um die Funktion zu erhalten oder Verschlechterungen zu behandeln.“ Deshalb sei gerade im Rahmen des wachsenden Kostendrucks im Gesundheitssystem wichtig, dass die Rehabilitation einen genügend grossen Stellenwert behielte, so Strasser.

Ziel ist grösstmögliche Selbstständigkeit

Individuell betrachten Experten in Rehabilitationszentren die Defizite und Möglichkeiten jedes Patienten. Gemeinsam werden Ziele festgesteckt, die in Wochen bis Monaten erreicht werden können. «Manche Patienten nehmen sich zu viel vor, andere verlieren die Hoffnung. Dabei müssen wir versuchen, realistische Ziele zu vermitteln, die die Motivation fördern“, sagt Strasser.

Es geht um die möglichst weitgehende Wiederherstellung eingeschränkter Funktionen. Im Sinne der Kompensation werden verloren gegangene Funktionen durch andere ersetzt. Oft ist eine Anpassung der Umgebung an die Behinderung und eine Versorgung mit Hilfsmitteln notwendig, um grösstmögliche Selbständigkeit zu erlangen“, sagt ­Strasser.

Damit die Rehabilitation für die Betroffenen so abwechslungsreich und erfolgreich wie möglich ist, wird etwa Wassertherapie oder sogar die Videospielkonsole Wii eingesetzt.

Strasser: «Logopäden, Ergotherapeuten, Physio- und Sporttherapeuten, Neuropsychologen, klinische Psychologen, Masseure und natürlich Ärzte – hier arbeiten viele Experten Hand in Hand und stimmen die Therapie immer wieder auf die Fortschritte ab.“