Für viele ist ein künstliches Gelenk eine Erlösung von Schmerzen und Einschränkungen. Doch bei rund 20 Prozent der Patienten treten nach der Operation Komplikationen auf oder sie sind mit ihrem neuen Gelenk nicht zufrieden.

Sie unterziehen sich oft einer Revisionsoperation. Häufige Ursachen hierfür sind technische Fehler, Infektionen oder mechanische Probleme. Am meisten betroffen sind Kniegelenke. Um in diesen Fällen ein künstliches Gelenk zu revidieren, kann das Gewebe rund um das Gelenk behandelt, Teile der Prothese ausgewechselt oder die Prothese ganz ersetzt werden.

Der Orthopäde Bernhard Christen blickt auf langjährige Erfahrung auch in der Revisionschirurgie zurück. «Die Ausgangslage ist schlechter als bei einer ersten Operation, da bereits etwas am Gelenk gemacht wurde. Die Revisionschirurgie stösst schneller an ihre Grenzen«, erklärt er.

Wird mehrmals operiert, ist der technische Aufwand höher. «Jedes Mal wenn man in eine Wunde hinein geht, lässt man Narben zurück. Man sägt beim Herausnehmen der alten Prothese Knochen weg, den man ersetzen muss, denn ohne tragenden Knochen kann die neue Prothese nicht verankert werden», so Christen.

Orthopäden mit Erfahrung gefragt

Das Ziel einer Revisionsoperation ist wie beim ersten Eingriff Beschwerdefreiheit. «Doch die Patienten erwarten immer mehr von künstlichen Gelenken.

Wo es einmal darum ging, schmerzfrei zu sein, ­­geht es heute darum, alles machen zu können, was man mit einem natürlichen Gelenk machen kann. Und die Prothesen können tatsächlich immer mehr.» Die Fortschritte sind für alle Beteiligten ein Segen. Doch unnötige Operationen sollten verhindert werden, sagt Christen.

Das Ziel müsse grundsätzlich der Erfolg schon bei einer ersten Operation sein. Nicht zuletzt wegen der Kosten: Eine Revisionsprothese kostet drei- bis viermal so viel wie eine Primärprothese. «Viele Revisionen sollte man gar nicht machen müssen», sagt Christen.

Deshalb seien möglichst gut ausgebildete, erfahrene Orthopäden gefragt.