«Swiss Orthopaedics», die Schweizerische Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie, beschäftigt sich primär mit drei Kernthemen: Der Sicherstellung einer qualitativ hervorragenden Versorgung von Patienten in der Orthopädie und der Traumatologie, der aktiven Gestaltung und Beteiligung in Weiter- und Fortbildung insbesondere durch Förderung der Forschung, zudem ist sie als vertretendes Organ der Mitglieder Ansprechpartner in gesundheits- und standespolitischen Themen gegenüber Ärzten, Patienten und der Öffentlichkeit.

«Gerade in der aktuellen Wintersportsaison sind sowohl präventive Massnahmen im Sinne von prophylaktischer Kräftigung und Aufwärmen des Bewegungsapparates vor dem Sport wie auch die notwendige Rücksicht auf Mitmenschen in Alltag und Freizeit für eine funktionierende Gesellschaft von Bedeutung», skizziert Matthias Zumstein eines der Verbandsziele.

Enorme Fortschritte

Der Teamleiter der Schulter-, Ellbogen- und Sportorthopädie an der Universitätsklinik Bern verweist darauf, dass die Schweiz eine führende Rolle in der Orthopädie und Traumatologie weltweit einnahm und immer noch einnimmt, diese allerdings zu verlieren drohe.

«Das neue humane Forschungsgesetz erschwert an Universitätskliniken konkurrenzfähig klinisch zu forschen. Die forschenden Assistenzärzte verbringen den Grossteil der bereits zu stark reduzierten Arbeitszeit damit, bürokratische Papiertiger zu wälzen und können dadurch weder forschen, noch Patienten behandeln oder die Orthopädie und Traumatologie lernen.»

Im Ausland werde demgegenüber weitsichtiger gehandelt, der Staat und die lokalen Ethik-Kommissionen würden die Ärzte aktiv in der Forschung unterstützen. Dessen ungeachtet seien auch hierzulande in der Diagnostik enorme Fortschritte in der Erkennung morphologischer Typen beziehungsweise Verletzungsmuster von Patienten erzielt worden, die mit gewissen Erkrankungen oder Verletzungen assoziiert sind, betont Zumstein.

In der Planung von orthopädischen Therapien oder Operationen sei es heutzutage möglich, mit Hilfe von Computersoftware auf elektronischen Röntgen-, CT- und MR-Bildern gewisse Operationsschritte zu planen und zu visualisieren. In diesem Bereich ortet Zumstein ein immenses Potenzial. Neue Therapien würden dabei zwangsläufig eine zunehmende Spezialisierung zur optimalen Versorgung von Patienten nach sich ziehen.

«Der Generalist, der glaubt, alles zu können, wird zusehends durch hochqualifizierte Spezialisten in Spital und Praxis abgelöst werden. Therapeutisch haben sich arthroskopische Methoden zur Versorgung von Erkrankungen wie auch zum Teil von Frakturen durchgesetzt. Zudem dürften sich bildgebende Verfahren zur besseren Beurteilung von Erkrankungen und Verletzungen sowie neue operative Techniken und Qualitätsmassstäbe etablieren.»

Schweizer sind sportliche Menschen

Die Schweiz weise mit Schweden, Dänemark und Finnland die höchste europäische Sportaktivität auf, sagt Zumstein. «Kein Wunder erleiden hierzulande pro Jahr über 400 000 Personen einen Sportunfall.»

Dabei handelt es sich vorwiegend um Männer vor dem 30. Lebensjahr. Fussball und Skifahren sind gemäss einer Studie die Spitzenreiter. Sportverletzungen hätten sicher einen volkswirtschaftlichen Einfluss, räumt Zumstein ein. «Demgegenüber sollte der volkswirtschaftliche Nutzen des Sportes für sämtliche Generationen in den Vordergrund gestellt werden.»

Es gebe genügend Studien, die beweisen, dass sich der Sport positiv auf das körperliche und geistige Befinden auswirkt. Das gelte insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.