Sehbehinderte Personen brauchen in der Regel wesentlich mehr Licht, als dies bei normalsehenden Personen der Fall ist. Zudem muss dieses Licht von besonders hoher Qualität sein. So darf die künstliche Beleuchtung auf keinen Fall blenden. Im eigenen Wohnbereich machen sich die ungenügenden Lichtverhältnisse sehr stark bemerkbar.

Sehbehinderte Personen behelfen sich schon früh am Abend mit der künstlichen Beleuchtung, die ohnehin ein höheres Lichtniveau aufweisen muss, als es für Normalsehende nötig ist.

Im Wohnbereich sorgt die Verwendung von mehreren Leuchten dafür, dass keine dunklen und damit gefährlichen Zonen bestehen. Doch auch für die Hausarbeiten und die Kleiderpflege ist eine geeignete Beleuchtung hilfreich.

Ein wichtiger Arbeitsort ist die Küche. Hier drängt sich nicht nur für sehbehinderte, sondern auch für betagte Personen eine starke Indirektbeleuchtung auf. Dank der indirekten Beleuchtung wird die Küche weitgehend schattenfrei und vor allem blendfrei beleuchtet. Eine zusätzliche Beleuchtung unter dem Küchenschrank leuchtet diese wichtige Arbeitsfläche aus.

Die optimale Beleuchtung ist ein Muss

Eine Gefahrenquelle der besonderen Art stellen Treppen dar. Eine gute Beleuchtung sorgt dafür, dass Treppen gut und sicher benützt werden können.

Eine Verbesserung ist durch den Ersatz der oft unzureichenden Leuchtmittel durch solche mit stärkerem Licht möglich. Vielfach hilft bei der Diskussion mit den verantwortlichen Personen der Hinweis, die Beleuchtung der geforderten Norm entsprechend einzurichten.

Neben der Direktbeleuchtung ist eine gute Allgemeinbeleuchtung erforderlich, die für eine gleichmässige Ausleuchtung des Arbeitsplatzes und des Umfeldes sorgt. Dies dient dem Wohlbefinden und der Blendfreiheit. Voraussetzung zum Lesen ist für die meisten sehbehinderten Personen die Anpassung vergrössernder Sehhilfen, gepaart mit einer geeigneten Direktbeleuchtung. Eine Kaltlichtleuchte reicht hierfür oftmals aus.

Licht als Sehrestoptimierung

Das verbliebene Sehvermögen und die benutzten Hilfsmittel können nur optimal genutzt werden, wenn die Beleuchtung stimmt. Daher ist die Beleuchtung eines der wichtigsten Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen.

Eine optimale Beleuchtung hat Auswirkungen auf die Sehschärfe und das Kontrastsehen und kann den Vergrösserungsbedarf reduzieren. Sollte der Sehbehinderte immer noch geblendet oder über zu wenig Kontrast verfügen, gibt es verschiedene Spezialgläser (Kantenfilter), mit denen das Problem weitgehend behoben werden kann.

Man kann damit die Blendung auf ein Minimum reduzieren oder den Kontrast erheblich steigern. Die optimale Beleuchtung muss vom sehbehinderten Menschen individuell in Zusammenarbeit mit dem Low Vision Spezialisten gefunden werden.

Denn die Arbeitsplatzbeleuchtung sollte auf die Arbeitsaufgabe, die damit verbundenen Sehanforderungen sowie das genutzte Hilfsmittel abgestimmt werden. Dabei ist die passende Beleuchtungsstärke, die Lichtfarbe und die Art der Ausleuchtung zu bestimmen.

Lesen und Handarbeiten

Nahbeleuchtung: Eine gute Nahbeleuchtung zum Lesen, für Handarbeiten oder zum Basteln zeichnet sich dadurch aus, dass der Beleuchtungswinkels verstellbar ist, die Lampe gleichmässig ausleuchtet und dimmbar ist.

Raumbeleuchtung: Ein gleichmäs­sig beleuchteter Raum ist für das Kontrastsehen und damit für die Sehleistung hilfreich. Deckenleuchten mit indirekter Beleuchtung sind für sehbehinderte Menschen sehr geeignet. Eine indirekte Beleuchtung verursacht keine Lichtreflektionen auf glatten Flächen und verhindert, dass die betroffene Person beim Blick in die Richtung der Leuchte geblendet wird.