Akute Rücken- und Nackenschmerzen, Kribbeln in Armen und Beinen oder Bewegungsblockaden: Erkrankungen der Wirbelsäule manifestieren sich in zahlreichen Symptomen und Schmerzen.

«Ein akuter Rücken- oder Nackenschmerz mit Ausstrahlungen in Arme und Beine ist häufig ein Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall, ebenso wie ein Kribbeln in Armen und Beinen oder eine plötzlich auftretende Schwäche», erläutert Facharzt Beat Wälchli. Schmerzen beim Gehen würden hingegen oft auf eine Einengung des Wirbelkanals hindeuten, während häufige Blockaden ein Wirbelgleiten vermuten lassen.

Schonen und stärken

Beim Bandscheibenvorfall handelt es sich um eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal vortreten. Dadurch entsteht ein Druck auf die Nervenwurzel, was zu starken, häufig in Arme und Beine ausstrahlenden Schmerzen führt. Vielfach treten auch Taubheitsgefühle im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel auf, gelegentlich kann es sogar zu Lähmungen kommen.

«Oft genügt es, den Rücken etwa zwei Wochen lang zu schonen und die Schmerzen mit Medikamenten und Infiltrationen zu behandeln», sagt Wälchli.

Hilfreich können auch chiropraktische Behandlungen und Physiotherapie sein, bei der die Patienten Übungen erlernen, die sie zu Hause allein durchführen können, um den Rücken zu stärken. Bei anhaltenden Beschwerden oder wenn deutliche Taubheitsgefühle und Muskelschwächen auftreten, ist in der Regel ein operativer Eingriff indiziert.

Sicher und effektiv

Mit der Schlüssellochtechnik, einer endoskopischen Bandscheibenvorfallentfernung, können viele Bandscheibenvorfälle schonend behandelt werden, weil sie keine grossen Gewebsverletzungen zur Folge hat.

«Bei einer Mehrzahl der Patienten wird ein gutes bis sehr gutes Resultat erzielt», betont Wälchli. Die Rücken- und insbesondere die Beinschmerzen lassen rasch nach, was die Lebensqualität entscheidend verbessert. Bei jugendlichen Patienten steht oft eine Skoliose im Vordergrund, eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule.

Da Skoliosen zunächst meist keine Beschwerden verursachen, geschieht ihre Entdeckung oft zufällig, vor allem durch die Eltern betroffener Kinder. Bei einer Skoliose kann die Therapie verschiedene konservative Massnahmen oder eine Operation umfassen.

Im Alter wiederum kommt es häufig zu einer Verkrümmung des Rückens. «Generell kann man sagen, dass aufgrund der zahlreichen Therapieoptionen, inklusive schonender chirurgischer Eingriffe, Wirbelsäulenerkrankungen heute gut behandelt werden können», fasst Wälchli zusammen.