FACTS

Wie viele Zahnimplantate werden in der Schweiz pro Jahr etwa eingesetzt?

In der Schweiz werden jährlich zirka 90 000 Implantate eingesetzt.

Welche Voraussetzungen braucht es für eine Implantatbehandlung?

Als allgemeine Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implantatbehandlung gelten folgende Faktoren: guter Allgemeinzustand, ausreichendes Knochenangebot im Kiefer sowie gute Knochenqualität, Bereitschaft zu einwandfreier Mundhygiene.

Welche Risikofaktoren bestehen?

Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

•   eine eingeschränkte Wundheilung
    des Patienten
•   Zahnbetterkrankung (Parodontitis)
•   starkes Rauchen (ab zehn Zigaret-
    ten pro Tag, je nachdem auch
    weniger)
•    eine ungenügende Bereitschaft
     zur Mundhygiene
•    ausgedehnte Knochendefekte
•    Zähneknirschen
•    gewisse psychische Erkrankungen

Bis zu welchem Alter können Implantate eingesetzt werden?

Das Alter ist nach oben unbegrenzt, sofern die Wundheilung der Patientin oder des Patienten normal ist. Mindestalter für ein Implantat ist 18 Jahre, d.h. nach abgeschlossenem Wachstum.

Bin ich nach der Behandlung arbeitsunfähig?

Die meisten Patientinnen und Patienten sind am Tag nach der Operation wieder arbeitsfähig. Es können allerdings leichte Schmerzen und Schwellungen auftreten wie nach einem anderen zahnmedizinischen Eingriff. In seltenen Fällen kann es zu einem Bluterguss im Gesicht kommen, der nach einigen Tagen wieder verschwindet.

Welches sind die Nachteile eines Zahnimplantats?

Die Behandlung mit Implantaten kann aufwendiger sein als die Behandlung mit Kronen oder Brücken, insbesondere wenn vorbereitende Massnahmen wie Knochenaufbau oder Schleimhauttransplantationen notwendig werden.  Die Implantattherapie erfordert einen chirurgischen Eingriff. Implantate sind bei mangelnder Mundhygiene infektionsanfälliger als eigene Zähne.

Solch ein Zahnersatz kann etwa ein Zahnimplantat sein. Ein Implantat ist eine Schraube, in der Regel aus Titan, die mit einem chirurgischen Eingriff in den Kieferknochen eingesetzt wird und dort als Ersatz für die Zahnwurzel dient. Auf diesem künstlichen Pfeiler wird anschliessend ein Zahnersatz befestigt. Implantate bestehen in der Regel aus Titan, da dieses Material im Körper keine allergischen Reaktionen auslöst und über eine hohe Festigkeit verfügt. Mit Implantaten lässt sich ein einzelner Zahn ersetzen, eine grössere Zahnlücke beheben oder sogar ein ganz zahnloser Kiefer versorgen. Beim Einzelzahnersatz hat das Implantat den Vorteil, dass keine gesunden Nachbarzähne beschliffen werden müssen. Dies verbessert die Langzeitprognose dieser Zähne erheblich.

Implantatbehandlung gliedert sich in vier Phasen

Die Implantatbehandlung beginnt mit der Beratungs-, Abklärungs- und Planungsphase. Hierbei werden die Patienten in einem Beratungsgespräch über die Vor- und Nachteile sowie über die Risiken und Kosten informiert. Die Kosten einer Implantatbehandlung sind abhängig von der Ausgangslage und der Komplexität des Falls. Es ist deshalb wichtig, dass man sich vor Behandlungsbeginn eine individuell berechnete Kosteneinschätzung erstellen lässt. Entscheidet man sich dann für ein Implantat, folgt die Abklärungsphase. Dabei beginnt die Behandlung mit einer gründlichen Abklärung der allgemeinen und lokalen Situation einschliesslich des Gesundheitszustands und möglicher Risikofaktoren. Es werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um das Knochenangebot zu klären, krankhafte Zustände auszuschliessen und die Nachbarstrukturen (Zähne) zu beurteilen. Die Risikofaktoren müssen bei jedem Patienten individuell angeschaut und gewichtet werden. Danach folgt die Planungsphase, in der ein individueller Therapieplan erstellt wird.

Chirurgischer Eingriff

Beim chirurgischen Eingriff öffnet der Zahnarzt ambulant unter lokaler Betäubung das Zahnfleisch und präpariert den Kieferknochen mit Spezialbohrern: Es wird ein zirka 3 bis 6 mm weites und 10 bis 15 mm tiefes Loch in den Knochen gebohrt, in welches das Implantat eingesetzt wird. Danach wird die Schleimhaut über dem Implantat wieder vernäht («geschlossene Einheilung», vom Implantat ist also erst mal nichts zu sehen) oder sie wird um den Implantathals adaptiert und vernäht («offene Einheilung»). Der Eingriff dauert je nach Anzahl der Implantate zwischen 30 Minuten und 2 Stunden und ist dank Lokalanästhesie in der Regel schmerzlos. Die Beschwerden nach der Operation sind meist gering und werden mit Schmerztabletten gelindert. Nach 7 bis 10 Tagen erfolgt die Wundkontrolle und Nahtentfernung. Während der Einheilungszeit heilen die Weichgewebe über oder um das Implantat und die Implantatschraube verbindet sich mit dem Knochen. Bei einer geschlossenen Einheilung müssen die Implantate nach Abschluss der Knochenheilung durch einen kleinen Eingriff freigelegt werden. Nach der Freilegung des Implantats kann ein Abdruck genommen und im zahntechnischen Labor der Zahnersatz hergestellt werden. Dieser wird dann später fix in das Implantat eingesetzt. Die Gesamtdauer einer Implantatbehandlung beträgt in der Regel zwischen 3 bis 9 Monaten.

Gute Mundhygiene ist das A und O

Eine kontinuierliche Nachsorge durch den Zahnarzt und die Dentalhygienikerin ist zentral. Denn nur so können Entzündungen und Probleme rechtzeitig erkannt werden. Zudem ist eine gute Mundhygiene des Patienten eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der Implantattherapie. Die tägliche Mundhygiene unterscheidet sich nicht von jener für die eigenen Zähne. Es können die gleichen Hilfsmittel verwendet werden: Extraweiche bis weiche Zahnbürste, Zahnseide, Zahnhölzer oder kleine Zwischenraumbürstchen. Bei guter Pflege und geringem Risiko haben Implantate im Prinzip eine unbeschränkte Lebensdauer – genau wie die natürlichen Zähne auch. Statistiken zeigen aber, dass im Verlaufe von 10 Jahren insgesamt etwa 5 von 100 Implantaten verloren gehen.