Unangenehm wird es für Betroffene und Angehörige erst dann, wenn das Schwitzen übermässig wird – man spricht in der Wissenschaft von 100 mg Schweiss innerhalb von fünf Minuten. Zu berücksichtigen ist, dass das Leiden der Betroffenen sehr subjektiv ist und auch abhängig davon, wie sich die Geruchsbildung des Schweisses entwickelt, erklärt Dr. med. Martin K. Kägi, Leitender Arzt im Hautzentrum Zürich.

Lokal sind vor allem die Handflächen, die Fusssohlen und die Achselhöhlen betroffen. Vom krankhaften Schwitzen, in der Fachsprache Hyperhidrose genannt, sind rund 1–2% der Bevölkerung betroffen. Die Hyperhidrose ist eine vom Wetter, Tages- oder Jahreszeit unabhängige Ueberfunktion der Schweissdrüsen.

Schwitzen ist nicht gleich Schwizten

In der Sauna wird das aus Hitze bedingte Schwitzen als gesundheitsfördernd zelebriert und stört auch niemand in diesem Umfeld.  Im Unterschied zum thermoregulatorischen Schwitzen (= Schwitzen zum Zwecke der Kühlung) tritt das Stress-Schwitzen schlagartig auf. Stress-Schwitzen entsteht auch unabhängig von der Umgebungstemperatur, wie zum Beispiel bei Stress-Situationen im Büro, bei «Dates» oder ähnlichen Situationen. Stress-Schweiss wird oft auch als «kalter Schweiss» bezeichnet.

Was kann man gegen übermässiges Schwitzen tun?

In erster Linie werden speziell entwickelte Deos, welche Aluminiumchlorid–Hexahydrat enthalten, für die Minimierung bei übermässiger Schweissabsonderung empfohlen.

Neben der Schweissregulierung verhindern diese Deos auch die unliebsame Geruchsbildung. In zweiter Linie kann eine Leistungswasser-Iontophorese von grossem Nutzen sein. Es handelt sich dabei um eine Strombehandlung im Wasserbad, in das Hände oder Füsse getaucht werden.

Die zurzeit erfolgreichste Methode ist die Behandlung mit Botulinum Toxin. Diese lokale Behandlung wird  zweimal im Jahr durchgeführt. Die Erfolgsquote liegt bei über 80%. Schweissdrüsen können auch operativ entfernt werden, vorwiegend unter den Achselhöhlen. Mit der operativen Methode der «Sympathektomie» werden bei Händen und Füssen die Nerven durchtrennt, um das lästige Schwitzen einzudämmen.