Es fängt mit wiederkehrenden, schmerzhaften Knoten oder Eiterbeulen, oft im Bereich der Achselhöhlen oder in der Leistengegend, an.

«Acne Inversa (AI) wird auch als Hidradenitis suppurativa (HS) bezeichnet und ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die häufig in den Achselhöhlen und der Leistengegend auftritt, sich jedoch überall am Körper zeigen kann», sagt der Dermatologe Prof. Dr. Robert Hunger.

Man nimmt an, dass hormonelle Faktoren eine Rolle spielen. Zudem zeigen sich familiäre Häufungen, was auf eine genetische Veranlagung schliessen lässt.

Auch Bereiche, an denen Haut aneinander reibt, wie am Gesäss, an der Innenseite der Oberschenkel oder bei Frauen unter der Brust, zeigen oft die Symptome.

Acne Inversa kann sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen bemerkbar machen. «Bei Patienten mit einer leichten Form zeigen sich häufig kleine Beulen, Mitesser oder einige wenige entzündete Knoten. Von einer mittelschweren Form spricht man, wenn die Knoten immer wieder an derselben Stelle auftreten und beim Abheilen häufig Narben zurückbleiben.

Bei der schwersten Form der Krankheit kommt es zu Eiterbeulen und mehreren miteinander verbundenen Kanälen unter der Haut, sogenannten Sinus-Trakten.

Häufig kommt es zu einer Absonderung von Flüssigkeit oder Eiter in Verbindung mit einem unangenehmen Geruch. Es ist wichtig, zu betonen, dass Acne inversa nicht aufgrund von mangelnder Hygiene auftritt», sagt der Dermatologe.


Auch die Psyche leidet

 
Acne inversa ist für die Betroffenen oftmals sehr schmerzhaft – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. «Betroffene von Acne Inversa fühlen sich nicht selten in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt.

Zum einen sind die Schübe sehr schmerzhaft. Zum andern können die vernarbten Hautareale ein Schamgefühl auslösen. Auch der unangenehme Geruch der eitrigen Wunden belastet die Betroffenen», weiss Prof. Hunger.


Die Acne Inversa kann sich in jedem Lebensalter manifestieren, am häufigsten tritt die Erkrankung jedoch erstmals bei jungen Erwachsenen rund um das 20. Lebensjahr auf. Mit zunehmendem Alter, das heisst in der zweiten Lebenshälfte ab dem 50. Lebensjahr, sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Acne Inversa zu erkranken.

Frauen sind etwas häufiger von der Erkrankung betroffen als Männer. «Man nimmt an, dass hormonelle Faktoren eine Rolle spielen. Zudem zeigen sich familiäre Häufungen, was auf eine genetische Veranlagung schliessen lässt», weiss Prof. Hunger.

So ist bei etwa einem Drittel der Patienten im familiären Umfeld eine weitere Person erkrankt. Zu den Risikofaktoren zählen zudem Rauchen und Übergewicht. «Die genaue Ursache der Acne Inversa ist jedoch bisher nicht bekannt», betont Hunger.
 
Wie sich die Erkrankung mit der Zeit entwickelt, ist sehr unterschiedlich. Es gibt Formen der Acne Inversa, bei denen die Erkrankung immer wieder in Schüben auftritt und sich im Laufe der Zeit verschlechtert.

«Eine frühe Diagnose ist wichtig, damit möglichst schnell mit der Behandlung begonnen werden kann und eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes verhindert wird», sagt Prof. Dr. Robert Hunger.

Die Diagnose ist jedoch nicht immer ganz einfach, denn es kann zu Verwechslungen mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Abszess kommen.
  

Verschiedene Behandlungsoptionen

 
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Bestehen nur vereinzelte Knoten, können bereits desinfizierende Salben hilfreich sein.

«Desinfizierende Salben können nur eine sekundäre Infektion verhindern, jedoch nicht die Ursache der Acne Inversa», betont Prof. Hunger. Bei schwereren Formen zeigt oftmals eine Antibiotikatherapie gute Erfolge.

Auch mit Biologika kann eine Acne Inversa behandelt werden. Dabei handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Medikamente. Sie unterdrücken gezielt das Immunsystem, indem sie bestimmte Botenstoffe blockieren, durch welche die Entzündung ausgelöst und aufrechterhalten wird.

Bei hartnäckiger und fortgeschrittener AI können auch Operationen in Frage kommen. Dabei werden die befallenen Areale herausgeschnitten. «Eine Heilung ist jedoch derzeit nicht möglich und in weiter Ferne», erklärt Prof. Hunger abschliessend.