«Die Psoriasis gilt als Autoimmunerkrankung, d.h. die Krankheit entsteht durch ein fehlgeleitetes Immunsystem, das sich gegen körpereigenes Gewebe richtet – im Falle der Psoriasis folglich gegen die Haut», sagt Curdin Conrad, Dermatologe am Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) in Lausanne. Die Psoriasis ist gekennzeichnet durch scharf begrenzte, gerötete, oft juckende Herde mit silbrig-weisser Schuppung.

Typischerweise treten diese Plaques symmetrisch an Knien und Ellenbogen, am unteren Rücken und an der Kopfhaut auf. Es kann jedoch jede Körperpartie betroffen sein und die Psoriasis kann im schlimmsten Fall den gesamten Körpers befallen.

«Obwohl die Psoriasis keinesfalls ansteckend ist, reagiert die Umwelt häufig mit Ausgrenzung und die Betroffenen mit Rückzug. Die Lebensqualität der Patienten kann deshalb stark beeinträchtigt sein», sagt der Dermatologe.  Betroffene können häufiger an mangelndem Selbstwertgefühl, Depression und Alkoholsucht leiden.

Verschiedene  Auslöser

Die Psoriasis ist eine multifaktorielle Erkrankung, d.h. die Krankheitsauslösung ist von mehreren Faktoren abhängig. «Die Krankheit selber ist nicht vererbbar sondern das Risiko, an Psoriasis zu erkranken, wird an die Kinder weitergegeben.»

Ob diese erbliche Veranlagung tatsächlich zur Krankheitsentstehung führen, ist jedoch von externen Faktoren abhängig. «Zu diesen Auslösefaktoren gehören unter anderem Infektionen, verschiedene Medikamente, mechanische Reizung der Haut, Stress oder einschneidende persönliche Ereignisse. Dieselben externen Faktoren können im späteren Verlauf auch neue Schübe der Erkrankung auslösen», erklärt Conrad.

Gute Behandlungsmöglichkeiten

Grundlage jeder Behandlung sind eine rückfettende Hautpflege und das Vermeiden potentieller Auslösefaktoren. Bei milderen Verlaufsformen genügen lokale Therapien.

«Unersetzlich für die Psoriasis Therapie sind die lokalen Kortikosteroide geworden. Bei ausgedehnterem Befall kommen in erster Linie FOTOtherapien sowie Behandlungen mit speziellem UV-Licht zum Einsatz. Einige Psoriasis-Patienten benötigen aber aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung eine systemische Behandlung», erklärt Curdin Conrad abschliessend.

Die Wirkung eines systemischen Medikamentes betrifft (im Gegensatz zur lokalen Therapie) den gesamten Organismus oder Körper.