Ernährung

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Ernährung auf ihre Gesundheit beziehungsweise die Entstehung von Krankheiten. Supermärkte sind gefüllt mit Spezialprodukten, um die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Ernährungsideologien zu bedienen. Viel zu wenig Beachtung findet aber immer noch die Rolle der Darmbakterien, die unseren Verdauungstrakt besiedeln und deren Zusammensetzung gravierende Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben kann.

Die Gastroenterologie, also die Lehre von den Erkrankungen des Verdauungstraktes, beschäftigt sich derzeit intensiv mit den oben genannten Aspekten.

Die Verdauung beginnt bereits im Mund, wo die Nahrung aufgenommen und zerkleinert wird. Während die Speiseröhre unsere Nahrung in den Magen transportiert, wirken schon die ersten im Speichel enthaltenen Verdauungsenzyme. Der Hauptteil der Nahrung wird schliesslich im Dünn- und Dickdarm zerlegt und aufgenommen. Hierbei hilft auch die riesige Zahl von bis zu 1012 Bakterien pro Gramm Stuhl.  Störungen der einzelnen Bestandteile des Verdauungstraktes führen zu weit verbreiteten Beschwerden

 

Magensäure

Das Sodbrennen zum Beispiel ist ein Symptom, das die meisten Menschen irgendwann in ihrem Leben erleiden. Tritt es regelmässig auf, könnte eine Refluxösophagitis ursächlich sein. Darunter versteht man eine, meist durch einen übermässigen Kontakt mit Magensäure ausgelöste, Entzündung des Übergangsbereiches der Speiseröhre zum Magen. Diese betrifft in der Schweiz immerhin 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung.

 

Magenbeschwerden

Blähungen und Bauchschmerzen sind häufig Hinweise auf funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen, wie zum Beispiel das Reizdarmsyndrom, von dem in der Schweiz rund 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung betroffen sind, oder auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie die Laktoseintoleranz oder Fructose-Malabsorption.

Für diese Gruppe von Erkrankungen wird im Internet und in den Druckmedien ein breites Spektrum an diätetischen Interventionen empfohlen und durch den Einzelhandel mit einem eigenen Produktesortiment bedient. Über Sinn und Unsinn vieler dieser Massnahmen herrscht geteilte Meinung in der Fachliteratur.

 

Zöliakie

Wesentlich seltener ist die Glutenunverträglichkeit, auch bekannt als Zöliakie oder Sprue. Dabei handelt es sich um eine Immunreaktion des Körpers gegen Bestandteile des Weizeneiweisses Gluten. Als Folge dieser Reaktion, die rund 1 von 100 Menschen in der Schweiz betrifft, entsteht eine chronische Dünndarmentzündung.

 

Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)

Durchfälle sind meist ein Symptom für eine manifeste Darmentzündung. Neben infektiösen Gastroenteritiden treten insbesondere die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zunehmend in den Vordergrund. In der Schweiz leiden rund 16000 Patienten an einer Form der CED. Sie stellen eine lebenslang rezidivierende und schubweise verlaufende Erkrankung dar und umfassen die Colitis ulcerosa sowie den Morbus Crohn.

Die Diagnosestellung ist oftmals schwierig und dauert teilweise Monate bis Jahre. Dies bedingt häufig das Auftreten von krankheitsassoziierten Komplikationen und durch die langwierigen medikamentösen Behandlungen, das Auftreten von Nebenwirkungen durch Therapeutika. Zudem besteht insbesondere ein erhöhtes Risiko für das Entstehen von Dickdarmkrebs.

Daher sollte die Behandlung von Patienten mit Verdacht auf CED unbedingt durch einen Gastroenterologen erfolgen, um eine möglichst rasche und optimale Therapie sowie Vorsorge vor Komplikationen zu gewährleisten.

 

Darmkrebs

Auch einige der häufigsten Krebsarten sind dem Verdauungstrakt zuzuordnen. Sowohl der Dickdarmkrebs mit rund 4000 neu erkrankten Patienten pro Jahr als auch der Speiseröhren-, Magen- und der Bauchspeicheldrüsenkrebs gehören zu den 15 häufigsten Krebsarten in der Schweiz. Entscheidend für die Prognose der Krebserkrankungen ist die Früherkennung.

Meist sind Tumore, die in einem frühen Stadium entdeckt werden, gut behandelbar. Lebensrettend und besonders wichtig ist daher die Krebsvorsorge. Gerade beim Dickdarmkrebs steht mittels Koloskopie eine einfache und effiziente Vorsorgeuntersuchung zur Verfügung. Diese wird auch von der Schweizer Gesellschaft für Gastroenterologie (SGG) ab dem 50. Lebensjahr dringend empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt.