Störungen der normalen Herzschlagfolge sind vielfältig. Sie können Empfindungen auslösen oder auch unbemerkt verlaufen. Die Störungen können Ausdruck einer normalen Kreislaufregulation sein, aber auch auf Krankheiten hindeuten. In jedem Fall von Herzrhythmusstörungen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Herzschlag für Wohlbefinden

Das Herz füllt sich in der Erschlaffungsphase (Diastole) mit Blut und pumpt dieses mit jedem Zusammenziehen (Systole) in den Kreislauf. Wenn das Herz genügend Zeit hat, sich für die Pumparbeit mit Blut zu füllen, erzeugt jede Herzaktion eine fühlbare Pulswelle in den Arterien.

Durch Regelmechanismen und mit Hilfe des unbewussten Nervensystems kann sich die Herzarbeit an Erfordernisse wie körperliche Arbeit anpassen. Damit werden wir leistungsfähig.

Das Herz reagiert auch auf seelische Einflüsse und kann durch verschiedene Hormone, Gifte, Medikamente, Elek-trolytstörungen sowie angeborene und erworbene Krankheiten in seinem Rhythmus beeinflusst werden. Diese Störungen können gefährlich werden und sogar zum plötzlichen Herztod durch sogenanntes Kammerflimmern führen.

Die wichtigsten Störungen

Herzrhythmusstörungen werden von den Betroffenen nur zum Teil empfunden. Der Übergang von normalen Veränderungen des Herzrhythmus zum Krankhaften ist aber oft nur durch weiterführende Untersuchungen feststellbar. Sinnvoll ist es ohnehin, die verschiedenen Formen der Arrhythmien fachärztlich zu beurteilen, ob sie eine Gefährdung darstellen.

Hier gibt es Störungen mit zu langsamem Herzschlag, mit anfallsweisem Herzjagen oder solche, die Folgekrankheiten nach sich ziehen können oder die mehr oder weniger dringend die Implantation eines Herzschrittmachers erforderlich machen. Schliesslich gib es das Kammerflimmern, welches innerhalb von Sekunden zunächst zur Bewusstlosigkeit führt.

Der Kreislauf muss innerhalb der ersten fünf Minuten wieder in Gang gesetzt werden, ansonsten kommt es zur bleibenden Hirnschädigung beziehungsweise zum Tod. Entsprechend wichtig sind fachkundige Hilfe (Sanitätsnotruf Telefon 144) und Kenntnisse über Reanimationsmassnahmen und Gebrauch von Defibrillatoren.

Verschiedene ­Untersuchungen

Mit elektrokardiographischen Aufzeichnungen während einer Ruhephase, unter Belastungsbedingungen und einer Langzeitüberwachung können Störungen der Erregungsbildung und Erregungsleitung im Herzen objektiviert, klassifiziert und in Bezug auf ihren Entstehungsort im Herzen erkannt werden.

Durch Erhebung der Krankengeschichte, körperliche Untersuchung, Belastungstests, bildgebende Verfahren bis hin zum Herzkatheter muss nach der Krankheitsursache geforscht werden, deren Behandlung dann die Grundlage jeder Therapie darstellt.

Vorhofflimmern tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf, wird aber von den Betroffenen nicht immer wahrgenommen. Es sollte nach Möglichkeit beseitigt werden. Wenn dies nicht gelingt, ist die Frequenz zu stabilisieren. Bei Vorliegen von Begleiterkrankungen ist möglichst eine Blutverdünnung durchzuführen.

Für die Behandlung gibt es Medikamente, eventuell wird eine elektrische «Kardioversion» erforderlich, in Sonderfällen eine elektrophysiologische Diagnostik und Therapie durch den Spezialisten. Manchmal muss ein Herzschrittmacher implantiert werden. Bei der Gefahr eines wiederauftretenden Kammerflimmerns werden heute Schrittmacher-Defibrillator-Systeme eingepflanzt, die automatisch den Herzrhythmus analysieren und Elektroschocks abgeben können.

Ursachen des gestörten Rhythmus

Die Ursachen von Herzrhythmusstörungen sind vielfältig, teils angeboren, häufiger aber erworben. Die Herzaktionen beruhen auf elektrischen Strömen, die im Herzmuskel periodisch entstehen und sich über ein Reizleitungssystem ausbreiten. Normalerweise übernimmt dabei der so- genannte Sinusknoten die natürliche Schrittmacherfunktion.

Die dort entstehenden Impulse bilden sich am schnellsten und übernehmen daher die Führung, indem sie die Reizbildung in anderen Herzabschnitten unterdrücken. Abnorme Impulse können etwa im Bereich geschädigter Herzmuskelabschnitte entstehen, aber auch u.a. durch vegetative und hormonelle Einflüsse, Sauerstoffmangel und bei Infektionen.

Es gibt Risikofaktoren für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit, die man rechtzeitig erkennen und behandeln sollte. In jedem Fall müssen auch mögliche Grundkrankheiten wie Herzmuskelschwäche, andere Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder Schilddrüsenüberfunktion festgestellt und therapiert werden. Wichtig sind insbesondere eine gesunde Lebensführung und die Vermeidung von Stress.