Bei der Erstuntersuchung beschreiben die Patienten häufig einen spontan auftretenden, pochenden Schmerz, meistens im Bereich des Unterkiefers. Dies kann auch mit einer Schwellung und Eiterbildung verbunden sein. In einem solchen Fall wird zunächst die Entzündung behandelt und einige Tage später, im entzündungsfreien Stadium, der ursächliche Zahn entfernt.

Die Frage, ob Weisheitszähne entfernt werden müssen, wird im Einzelfall entschieden.

Die Weisheitszähne stellen gewissermassen ein Relikt der Steinzeit dar. In den letzten 500'000 Jahren veränderte sich aufgrund der Nahrungsgewohnheiten die Form des Kiefers.

Dies führte zu dem heutigen Platzmangel, der in vielen Fällen dazu führt, dass Weisheitszähne nicht während des Wachstums in die Mundhöhle durchbrechen, sondern im Kiefer «retiniert» bleiben.

In vielen Fällen sind die Weisheitszähne nur teilweise retiniert, also mit einem Anteil der Zahnkrone mit der Mundhöhle in Kontakt. Dies führt zum Eintritt von Bakterien aus dem Speichel in den umliegenden Bereich des Weisheitszahns und kann Entzündungen hervorrufen.

Solche Regionen können auch durch eine Zahnbürste nicht gut erreicht werden, was bedeutet, dass auch bei guter Mundhygiene diese Entzündungen entstehen können.

Die Frage, ob Weisheitszähne entfernt werden müssen, wird im Einzelfall entschieden. Wichtig sind die klinische Untersuchung und die Aufklärung des Patienten über die Notwendigkeit der Entfernung und die Operationsrisiken. Die hier beschriebene Infektion im Bereich der Weisheitszähne ist ein Grund zur Entfernung.

Andere Indikationen sind zum Beispiel eine tiefe Karies oder Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) im Bereich der Weisheitszähne. Sollten die Weisheitszähne prophylaktisch entfernt werden, ist meistens eine Entfernung vor dem 25. Lebensjahr vorteilhaft, da zu diesem Zeitpunkt die Zahnwurzeln in den meisten Fällen noch nicht vollständig ausgebildet sind und somit das Risiko der Nervenschädigung durch die Wurzeln deutlich geringer ist.

Es bleibt also die Frage, ob die Weisheitszähne entfernt werden müssen oder nicht. Ein zum Beispiel tief im Knochen eingeschlossener Zahn muss somit nicht notwendigerweise entfernt werden.

Weisheitszähne zu entfernen, beinhaltet gewisse Operationsrisiken. So kann zum Beispiel der für das Gefühl der Unterlippe und der für den Geschmack der entsprechenden Zungenseite verantwortliche Nerv geschädigt werden.

Zur Abschätzung des Risikos kann es hilfreich sein, vor der Operation eine dreidimensionale Röntgenaufnahme (Digitale Volumentomographie – DVT) anzufertigen, um die genaue Lage der Zahnwurzeln zum Nervenkanal zu bestimmen.

Aber auch das Belassen von Weisheitszähnen kann Gefahren bergen. So kann es in manchen Fällen zu einer Schädigung des Nachbarzahns durch die Zahnkrone des Weisheitszahns oder im höheren Alter zu Komplikationen wie zum Beispiel Prothesendruckstellen kommen.

Gerade bei älteren Patienten müssen auch Medikamente wie zum Beispiel Blutverdünner oder Osteoporose-Medikamente bedacht werden. In schwierigen Fällen ist es wichtig, einen erfahrenen Operateur zu konsultieren.