In höherem Alter ist die Spinalkanalstenose eine sehr häufige Erkrankung. «In den meisten Fällen liegt die Ursache einer Spinalkanalstenose im Verschleiss, einer sogenannten Arthrose, der Wirbelgelenke», erklärt PD Dr. François Porchet, Chefarzt Neurochirurgie an der Schulthess-Klinik in Zürich.

«Bei der Spinalkanalstenose entstehen Verdickungen an den Wirbelgelenken, welche auf die Nervenwurzeln der Beine drücken. Meist ist der Wirbelkanal auf Höhe der Lendenwirbelsäule verengt und oftmals ist die Bandscheibe mitbeteiligt», erklärt Porchet.  

Schmerz lässt beim Sitzen nach

Eine Spinalkanalverengung zeigt sich einerseits in meist diffusen Rückenschmerzen, andererseits in Schmerzen in den Beinen. «Besonders beim Gehen nehmen diese Schmerzen massiv zu und die Patienten können meist nur kurze Strecken zurücklegen. Danach müssen sie sich hinsetzen», so der Facharzt.

«Das Ziel der Operation ist es, den Wirbelkanal zu erweitern und damit Platz für die Nervenwurzeln zu schaffen»

Denn sobald sich die Betroffenen hinsetzen, lässt der Schmerz nach. «Deshalb wird die Erkrankung auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet – die Patienten kennen jede Sitzgelegenheit und müssen oft eine Pause, insbesondere vor Schaufenstern, einlegen. Durch das Sitzen oder Bücken wird der Kanal erweitert und der Schmerz verringert sich.»

Die Diagnose Spinalkanalverengung lässt sich denn meist aufgrund dieser Symptome vermuten. Zur Bestätigung wird zusätzlich ein MRI gemacht.

Erfolgversprechende ­Therapiemöglichkeiten


Um die Lendenwirbelsäule zu entlasten und zu stabilisieren, kommt als erste Massnahme eine physiotherapeutische Behandlung zum Einsatz. Bleiben die Schmerzen weiter bestehen, können Kortisonspritzen in den Wirbelkanal Linderung verschaffen.

«Allerdings sollten diese Spritzen höchstens dreimal im Jahr verabreicht werden.» Zeigt sich nur eine kurzfristige Besserung mit Kortison, kann eine Operation als weitere Möglichkeit ins Auge gefasst werden.

«Das Ziel der Operation ist es, den Wirbelkanal zu erweitern und damit Platz für die Nervenwurzeln zu schaffen. Die Patienten sind in der Regel danach beschwerdefrei und die Lebensqualität wird massiv verbessert.» Die Operation ist kurz und nur mit wenigen Risiken verbunden. «Sie ist deshalb auch für Patienten bis ins hohe Alter geeignet», so Porchet abschliessend.