Mit welchen Beschwerden im Bereich HNO kommen Patienten zu Ihnen?

Die Winterzeit ist Hochsaison für Infekte der oberen Luftwege. Sie äussern sich mit Schnupfen, Ohrenschmerzen, aber auch Husten.

«Nicht die Höhe des Fiebers, sondern die Frequenz der Fieberzacken pro 24h und die Dauer ist relevant.»

Bei den kleineren Patienten kommt es oft zu einer Mittelohrentzündung.

Während des ganzen Jahres sehen wir auch Entzündungen des äusseren Gehörganges, meist infolge manueller Beschädigung durch Ohrenstäbchen. Im Frühling und Sommer häufen sich Heuschnupfen und allergische Asthmaanfälle.

Unterscheiden sich die Behandlungsverfahren je nach Alter des Kindes?

Absolut: Je kleiner die Patienten, umso mehr ist die adäquate Flüssigkeitszufuhr ein Problem.

Säuglinge sind gewöhnlich Nasenatmer und können bereits bei einem leichten Schnupfen austrocken, weil sie sich wegen der verstopften Nase nicht richtig ernähren können. Auch das Spektrum der bakteriellen Keime ändert im Verlauf des Alters.

Wann spricht man von Grippe, wann von einer starken Erkältung?

Der Begriff Grippe ist für die Influenza-viren reserviert. Diese können jedes Jahr geimpft werden. Die starke Erkältung ist ein allgemeinerer Begriff und betrifft alle viralen Infekte der oberen Luftwege.

Wie sollten Eltern beim Auftreten von ersten Erkältungs- oder Grippesymptomen vorgehen?

Wichtig ist, dass das Kind weiterhin spielt und Flüssigkeit zu sich nehmen kann. Nur symptomatische Therapie ist angebracht, also Schmerzbehandlung sowie regelmässige Nasenpflege bei verstopfter Nase etc.

Fieber ist prinzipiell nicht gefährlich, sondern sogar nützlich für die Erregerbekämpfung. Nicht die Höhe des Fiebers, sondern die Frequenz der Fieberzacken pro 24h und die Dauer ist relevant.

Bei einem einfachen Infekt rechnet man zwischen 3-4 Fieberzacken pro 24h und mit einer Fieberdauer von nicht länger als 5-7 Tagen. Verhält sich das Kind trotz Fiebersenkung anders und ruhiger als sonst, sollte man den Kinderarzt aufsuchen.