Was geschieht bei Multipler Sklerose mit dem Körper?

Bei der Multiplen Sklerose kommt es zu Entzündungsreaktionen im zentralen Nervensystem, also in Gehirn und Rücken­mark. Durch solche Entzündungsreaktionen, welche die Ursache der sogenannten MS-Schübe sind, können spürbare Schäden im zentralen Nervensystem entstehen.

Diese äussern sich zum Beispiel durch Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Schwindel oder Störungen der Blasen-, Darm- oder Sexualfunktion. In den Schubphasen werden Patienten üblicherweise mit Cortison behandelt. Es kann dennoch vorkommen, dass Schübe bleibende Schäden hinterlassen.

Wie verläuft die Krankheit im Allgemeinen?

Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen, am häufigsten ist die schubförmige. Hierbei kommt es immer wieder zu den beschriebenen Schüben, die in unterschiedlichen Abständen und Schweregraden auftreten. Zwischen den Schüben leben die Patienten symptomfrei, solange nicht bleibende Schäden aufgetreten sind.

Dann gibt es die sogenannte sekundär progrediente Verlaufsform. Bei ihr erleben die Betroffenen weniger Schübe, ihr Krankheitsbild verschlechtert sich aber langsam fortschreitend. Die häufige schubförmige Verlaufsform geht nach durchschnittlich 15 Jahren vielfach in eine sekundär progrediente Verlaufsform über.

In seltenen Fällen schreitet die Krankheit von Beginn an schleichend voran, ohne dass eindeutige Schübe auftreten. Dies ist die primär chronisch progrediente Verlaufsform. Es gibt verschiedene medikamentöse Therapien, die die Symptome lindern können, doch gibt es noch keine Behandlung, die zur vollständigen Heilung führt.

Und wie werden Patienten mit einer MS-Diagnose konfrontiert?

Der Umgang mit der Diagnose ist manchmal schwierig. Darum ist die Hilfestellung für den Start in das veränderte Leben für die Patienten essentiell. Sie brauchen eine ganzheitliche Betreuung. Die Betroffenen müssen sich damit auseinandersetzen, dass die Diagnose für die Zukunft möglicherweise eine Veränderung in Familie und Beruf bedeutet.

Es ist darum üblich, die Patienten durch speziell ausgebildete Pflegefachleute zu begleiten. Die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft leistet ebenfalls hervorragende Arbeit in der Betreuung von Betroffenen. Ziel ist es, die Patienten in ihrer aktuellen Lebensperspektive und der Weiterführung ihres bisherigen Lebens zu unterstützen.

Mit den heutigen Therapiemöglichkeiten ist es wahrscheinlich, dass sie über mehrere Jahrzehnte ein weitgehend normales Leben führen können. Künftig werden Patienten hoffentlich von noch effektiveren Möglichkeiten profitieren können. Die Forschung erzielt ständig neue Fortschritte.

Wie sieht eine Therapie aus?

Sie richtet sich nach der Verlaufsform und dem Stadium der Krankheit. Für die schubförmige MS gibt es viele zugelassene Therapien. Je nach Präparat injizieren sich die Patienten selber die nötigen Wirkstoffe einmal täglich bis einmal wöchentlich.

Dabei können allerdings Nebenwirkungen wie grippeähnliche Symptome, Hautreaktionen oder Stimmungsschwankungen auftreten. Neuere Medikamente werden als Infusion oder in Tablettenform gegeben. Die Therapien mindern MS-typische Entzündungen im zentralen ­Nervensystem.